Zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2020

Wer kennt es nicht: Draußen ist es endlich warm, man kann ins Schwimmbad gehen und in der Sonne liegen. Doch am Abend im Schlafzimmer wird die Wärme plötzlich zur Qual. Es ist zu heiß. Durch die Sonneneinstrahlung hat sich der Raum derart erhitzt, dass an Schlafen nicht zu denken ist.

Wir wollen dir in diesem Artikel sechs Tipps vorstellen, mit denen du am Abend trotz Sommerhitze ein erfrischend kühles Zimmer genießen kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Zimmer kühlen ohne Klimaanlagen ist gut für die Umwelt, denn durch die Benutzung von Klimaanlagen steigt die CO2-Emission drastisch an.
  • Die beste Strategie gegen warme Innenräume ist, die Wärme gar nicht erst in die Wohnung kommen zu lassen. Dabei helfen Jalousien, Vorhänge etc.
  • Wenn das Zimmer bereits aufgeheizt ist, können z. B. Ventilatoren verwendet werden.

Welche Temperatur wird im Zimmer als angenehm empfunden?

Es gibt natürlich keine Vorschriften, welche Temperatur in deinem Zimmer herrschen muss. Für Mietwohnungen wurden jedoch DIN-Normen definiert, um Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter zu vermeiden. Das Bundesministerium hat dabei 21 °C als die optimale Zimmertemperatur festgelegt. Grenzwerte sind 18 und 22 °C.

Wusstest du, dass der Bezugspunkt für die Messung der richtigen Raumtemperatur 75 cm über dem Boden und fern von Heizkörpern liegt?

Im Schlafzimmer gelten Temperaturen zwischen 16 und 18 °C Grad als optimal. Wenn es kühler ist, so beginnt dein Körper sich anzuspannen. Liegt die Temperatur oberhalb, wirst du schwitzen und dein Schlaf wird unruhig.

Im Schlafzimmer sollten geringere Temperaturen herrschen als in den übrigen Zimmern. (Bildquelle: unsplash.com / Jilbert Ebrahimi)

Die angemessene Temperatur verändert sich jedoch je nach Tätigkeit. Genaueres wollen wir dir in der folgenden Tabelle auflisten.

Grad Tätigkeit
20 Grad Bürotätigkeit, Sitzen ohne körperliche Anstrengung
19 Grad Leicht stehende oder mittelschwere sitzende Tätigkeit wie leichte handwerkliche Tätigkeiten
17 Grad Mittelschwere stehende Tätigkeit oder gehende Arbeit wie z. B. Montagearbeiten
12 Grad Schwere stehende oder gehende Tätigkeit wie z. B. Lagerarbeit

Zusätzlich verändert sich die als angenehm empfundende Temperatur mit dem Alter. Bei älteren Menschen steigt das Wärmebedürfnis. Dann sollte die Zimmertemperatur während des Schlafens 20 °C betragen. Hingegen können Babys auch bei kälteren Temperaturen schlafen, weil sie einen höheren Bewegungsdrang haben.

Hintergründe: Was du über Zimmer kühlen ohne Klimaanlage wissen solltest

Auch wenn es draußen sehr warm ist, sollte die Raumtemperatur nicht allzu tief abgesenkt werden. Wie bereits beschrieben richtet sich die ideale Temperaturen nach verschiedenen Kriterien wie Alter oder Zimmertyp. Eine Klimaanlage ist zum Kühlen nicht die erste Wahl.

Warum ein Zimmer kühlen ohne Klimaanlage?

Warum solltest du dein Zimmer ohne Klimaanlage kühlen? Ganz einfach: wegen der Kosten. Klimaanlagen sind ziemlich teuer – nicht nur in der Anschaffung, sondern auch durch die Betriebskosten.

Die Preise für eine Klimaanlage starten bei ca. 200 Euro und können dreistellige Summen erreichen. Hinzu kommt die Montage der Klimaanlage durch einen Fachmann. Für die Betriebskosten fallen zudem mehrere hundert Euro an Stromverbrauch an. Der hängt von der Energieeffizienzklasse (D bis A+++) ab.

Zwischen der Klasse B und der Höchstklasse A+++ unterscheidet sich der Stromverbrauch um bis zu 40 Prozent.

Neben den erhöhten Betriebskosten bringen Klimaanlagen noch andere negative Wirkungen mit sich, weshalb das Kühlen ohne Klimaanlage oft die bessere Wahl ist.

Zu den Nachteilen von Klimaanlagen gehören:

Typ Erklärung
Luftzug Einige Menschen fühlen den Luftzug sehr stark und bevorzugen es deshalb, in warmen Räumen zu sitzen
Gesundheitliche Nebenwirkungen Steifer Nacken, rote Augen, Erkältungen oder Kratzen im Hals
Hygiene Wenn Klimageräte nicht regelmäßig gewartet werden und das Kondenswasser nicht entleert wird, kann es zur Verbreitung von Viren und Bakterien kommen
Geräusche Oft erzeugen Klimaanlagen störende Geräusche

Welche Zimmer kühlen ohne Klimaanlage?

Generell können alle Zimmer ohne Klimaanlage gekühlt werden. Jedoch funktionieren nicht alle Lösungen in allen Räumen. Wenn du bestimmte Zimmer ohne Klimaanlage kühlen möchtest, so raten wir dir das bei Schlaf- und Wohnzimmern.

Vor allem während des Schlafes können kalte Luftströme Erkältungen, kratzen im Hals oder ähnliches mit sich bringen. Zusätzlich kann es sein, dass du auf Grund des Lärms durch die Klimaanlage nicht mehr einschlafen kannst bzw. häufig aufwachst. Letzteres gilt vor allem für Personen mit einem leichten Schlaf.

Joachim RetzbacAutor von zeit.de

Das Kratzen im Hals ist meist ein Hinweis dafür, dass die Luft nicht nur gekühlt, sondern zudem auch zu wenig befeuchtet wird.

(Quelle: zeit.de)

Wann sollte ich mein Zimmer kühlen ohne Klimaanlage?

Wann ist es am besten, ein Zimmer ohne Klimaanlage zu kühlen? Meistens wird eine Klimaanlage nur im Sommer benötigt, wenn die Außentemperaturen stark ansteigen. Um eine Hitzeanstauung zu vermeiden, sollte schon am Morgen begonnen werden, das Zimmer zu kühlen bzw. die Wärme reinzulassen.

Wenn du erst mit dem Zimmer kühlen beginnst, wenn die Sonne den Raum bereits erwärmt hat, so wird es schwieriger, ihn wieder abzukühlen. In diesem Fall könnte es sein, dass du bis zum Sonnenuntergang warten musst, um die überschüssige Wärme wieder aus deinem Zimmer zu bekommen.

Was du beim Zimmer kühlen ohne Klimaanlage wissen solltest: 6 Tipps für die optimale Raumtemperatur

Im Folgenden wollen wir dir nun einige Tipps auflisten, mit denen du es schaffst, auch im Sommer ohne Klimaanlage kühle Luft in der Wohnung zu haben.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach Lage und Art deines Zimmers können mehrere Alternativen für dich in Frage kommen.

1. Ventilator

Der Ventilator ist der Klassiker zum Kühlen eines Raumes ohne eine Klimaanlage. Dabei handelt es sich um ein mit Strom betriebenes Gerät. Ventilatoren sind jedoch meistens sehr klein, weshalb es mehrere benötigt, um einen Raum abzukühlen.

Ähnlich wie Klimaanlagen sollte man sich nicht direkt vor den Luftzug des Ventilators setzen, dadurch kann es zu gesundheitlichen Beschwerden kommen.

Allerdings solltest du wissen, dass ein Ventilator die Luft nicht wie eine Klimaanlage kühlt. Vielmehr entsteht nur der Eindruck einer Kühlung, wenn der Luftzug deine schwitzende Haut erreicht.

2. Fenster und Jalousien

Wenn es richtig heiß ist, würde man am liebsten alle Fenster und Türen öffnen. In diesem Fall bewirkt das Lüften jedoch den gegenteiligen Effekt. Deshalb sollten nach Sonnenaufgang Fenster und Jalousien bzw. Vorhänge geschlossen werden, sodass keine Wärme in das Zimmer dringen kann. Dies gilt besonders für Räume, die südseitig ausgerichtet sind.

Nach Sonnenuntergang kannst du dann durchlüften, sprich alle Fenster und Türen öffnen. Für einen besseren Effekt können einige Fenster auch über Nacht geöffnet bleiben. Alternativ kannst du das auch morgens machen, bevor die Sonne aufgeht.

foco

Wusstest du, dass sich warme Luft auch in Schränken staut?

Deshalb sollten beim Lüften auch die Schranktüren aufgemacht werden.

Diese Methode eignet sich besonders für Schlafzimmer und Räume, die am Tag wenig benutzt werden. Dadurch bleibt es immer schön frisch und du wirst nachts nicht von den Geräuschen des Ventilators geweckt.

3. Helle Farben

Ja, du hast richtig gelesen. Helle Farben nehmen weniger Hitze auf und reflektieren sie nach außen. Dadurch bleiben helle Räume kühler.

Wer kennt es nicht: Das Auto stand den ganzen Tag in der Sonne und wenn man sich anschließend reinsetzt, hält man es zunächst kaum aus. Noch schlimmer ist es, wenn das Auto einen dunklen Lack hat.

Genauso wie beim Auto ist der Effekt auch bei Häusern. Weiße bzw. helle Wände nehmen die Hitze nur beschränkt auf, wodurch sich die Räume nicht so stark erhitzen. Dasselbe gilt für helle Jalousien, Rollos oder Vorhänge.

4. Wasser und Verdunstungskälte

Die Luft kann durch Wasser abkühlen. Denn wenn etwas getrocknet wird, wird der Luft Wärme entzogen. Das führt zum Effekt der Verdunstungskälte.

Hänge einfach ein nasses Tuch im Raum auf. Beim Trocknen wird die verdampfende Flüssigkeit abgekühlt und kühlt dadurch den Raum ab.

Dabei sollten keine Tücher aus Polyester verwendet werden, denn diese trocknen zu schnell. Handtücher und dicke Stoffe aus Baumwolle halten dagegen die Feuchtigkeit länger.

Es gibt auch die Möglichkeit, ein nasses Tuch im Raum umher zu schwingen bzw. vor den Ventilator zu hängen. Oder nasse Socken anzuziehen, denn kalte Füße senken die Hauttemperatur.

Alternativ können auch Eimer mit kaltem Wasser in der Wohnung aufgestellt werden. Auch diese kühlen den Raum ab.

5. Elektrogeräte

Elektrogeräte erzeugen auch im Stand-by-Modus Wärme. Deshalb ist es ratsam, sie komplett auszuschalten oder auf deren Gebrauch an besonders heißen Tagen zu verzichten.

So könntest grillen statt den Herd zu benutzen. Lasse die Wäsche an warmen Tagen im Freien trocknen und verzichte auf den Wäschetrockner im Haus. Mit dieser Lösung kannst du nicht nur deine Zimmer kühl halten, sondern auch sparst zusätzlich Strom.

Auch der Kühlschrank ist ein Elektrogerät. Er kann jedoch nicht so einfach ausgeschaltet werden. Um zu kühlen, erzeugt er jedoch Wärme. Jedes Mal, wenn du den Kühlschrank geöffnet hast, muss sich dieser anschließend wieder runterkühlen, was zusätzliche Energie, also Wärme, erzeugt.

6. Pflanzen

Pflanzen stellen eine geeignete Alternative dar, Häuser und Räume kühl zu halten. Dabei gibt es zwei Alternativen, zwischen denen du dich entscheiden kannst.

Bäume spenden im Sommer angenehmen und natürlichen Schatten. Der Nachteil dabei ist jedoch die lange Wachstumsphase. Bis ein Baum die Größe erreicht, um Schatten zu spenden, vergehen viele Jahre. Wenn du also nach einer schnellen Lösung suchst, ist das Pflanzen von Bäumen nichts für dich.

Eine weitere Möglichkeit sind rankende Ppflanzen. Diese wirken wie eine zweite Haut und verhindern, dass sich das Gebäude aufheizt. Besonders geeignet dafür ist Efeu oder Wilder Wein. Zusätzlich ist der Aufwand nicht so groß wie das Pflanzen eines Baums.

Trivia: Was du sonst noch über Zimmer kühlen ohne Klimaanlage wissen solltest

Obwohl wir das Thema nun schon ausführlich behandelt haben, kann es sein, dass du noch die ein oder andere Frage zum Thema Zimmer kühlen ohne Klimaanlage hast. Schließlich kann es manchmal ziemlich warm werden in der Wohnung.

Was kannst du zusätzlich machen beim Kühlen von Zimmern ohne Klimaanlage?

Damit einem die Hitze nicht so viel ausmacht, sollte zusätzlich zu den oben aufgeführten Lösungen versucht werden, die eigene Körpertemperatur zu senken. Wir haben bereits die Möglichkeit mit den nassen Socken erwähnt.

Du kannst aber auch ein nasses Tuch auf deinen Nacken legen. Es kühlt deine Hauttemperatur ab und die Hitze wird erträglicher. Zusätzlich solltest du viel trinken – ca. 2 bis 3 Liter pro Tag sind bei Hitze ideal.

foco

Wusstest du, dass heiße Getränke auch im Sommer sinnvoll sind?

Denn zu große Temperaturunterschiede schaden mehr als sie helfen.

Zimmer kühlen ohne Klimaanlage ist umweltfreundlicher

Klimaanlagen gehören zu den Stromfressern schlecht hin. Schnell kann ein Verbrauch von 500 kWh/Jahr erreicht werden. Im Prinzip funktionieren Klimaanlagen wie Kühlschränke mit dem Unterschied, dass eine Klimaanlage einen großen Raum abkühlen muss. Hingegen braucht ein Ventilator nur 10 bis 20 Watt.

Durch die erhöhten Stromkosten steigt auch der CO2-Ausstoß. Das führt wiederum zu einer rasanten Erwärmung der Erde. Es kommt des Weiteren zu einer Veränderung der Weltmeere, da sie das CO2 aufnehmen. Gletscher und Eisberge schmelzen, der Meeresspiegel steigt an.

Hinzu kommt, dass das Kühlmittel von Klimaanlagen vielfach ein aggressives Treibhausgas ist und damit extrem umweltschädlich.

Die Verwendung einer Klimaanlage benötigt sehr viel Strom und ist daher umweltschädigend. (Bildquelle: unsplash.com / Sina Khansari)

Klimaanlage selber bauen

Mit einfachen Tricks kannst du eine kleine Klimaanlage selbst bauen. Du benötigst dafür lediglich einen Ventilator.

  • Platziere vor dem Ventilator eine Schüssel oder ähnliches mit Eiswürfel. Dadurch wird die kalte Luft in Bewegung gebracht und kühlt die restliche Luft schneller ab.
  • Stelle deinen Ventilator nach außen gerichtet vor ein offenes Fenster. Der Ventilator bläst die warme Luft nach außen und bringt kalte hinein. Das kannst du auch von einem in ein anderes Zimmer machen, wenn ein Raum etwas kühler ist. Öffne zusätzlich ein Fenster auf der anderen Seite des Hauses, denn dadurch entsteht ein Luftzug, der zusätzlich kühle Luft nach innen bringt.

Eine weitere Alternative einer umweltfreundlichen Klimaanlage zeigt das folgende Video. Auch hier wird ein Ventilator benutzt.

Fazit

Wie du nun sicher verstanden hast, gibt es mehrere Möglichkeiten, Zimmer runterzukühlen ohne die Verwendung einer Klimaanlage. Vor allem in den zentralen EU-Ländern, wo die sehr warmen Perioden nicht besonders lange dauern, ist eine Klimaanlage in der Regel keine lohnenswerte Investition.

Die Verwendung von Klimaanlagen ist zudem sehr umweltschädlich, weshalb das Kühlen ohne Klimaanlage auch besser für die Umwelt ist. Wenn du unsere Tipps befolgst, kommt erst gar keine Hitze in dein Zimmer und du musst schlussendlich auch nicht versuchen, die Wärme wieder loszuwerden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/fluorierte-treibhausgase-fckw/anwendungsbereiche-emissionsminderung/gebaeudeklimatisierung

[2] http://www.bund-rvso.de/klimaanlage-klimageraet-energie-umwelt.html

Bildquelle: unsplash.com / Arno Smit

Warum kannst du mir vertrauen?

Ralf hat jahrelang in Südafrika gelebt und dort ein Geschäft für Klimageräte geführt. Durch eine zusätzliche Ausbildung zum Handwerker hat er eine große Expertise in den Themenbereichen Klimaanlagen, Lüftungen und im Handwerken.