Wer falsch lüftet, muss sich häufig mit Schimmelpilzen in der Wohnung herumschlagen. Stoßlüften soll dieser Gefahr vorbeugen. Doch wie effektiv ist die Technik tatsächlich und wie lange muss eigentlich gelüftet werden?

Außerdem klären wir in diesem Artikel die häufig gestellte Frage, ob man beim Stoßlüften tatsächlich die Heizung ausschalten muss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stoßlüften ist eine einfache Methode, um schnell die alte Luft in einem Raum mit Frischer auszutauschen.
  • Pro Tag solltest du etwa viermal stoßlüften. Je nach Jahreszeit zwischen 5 und 25 Minuten.
  • Im Vergleich zum Dauerlüften kannst du beim Stoßlüften über 200 Euro Heizkosten pro Jahr sparen.

Definition: Was ist Stoßlüften?

Alte Luft raus – frische Luft rein: Nach diesem Konzept funktioniert Stoßlüften. Dabei werden die Fenster für kurze Zeit komplett geöffnet, um für einen schnellen Luftaustausch zu sorgen.

Je nach Jahreszeit und Temperatur dauert Stoßlüften zwischen 5 und 25 Minuten und sollte mehrmals täglich durchgeführt werden.

Beim Stoßlüften werden die Fenster im Raum so weit wie möglich geöffnet, damit so viel frische Luft auf einmal wie möglich hereinkommt. (Bildquelle: 123rf.com / Anna Bizon)

Diese Technik ist effektiver als Dauerlüften mit gekipptem Fenster und schont zudem den Geldbeutel, weil durch die kürzere Belüftungszeit weniger Heizkosten verbraucht werden. Aber auch beim Stoßlüften sollte man die Heizung kurzfristig ausschalten, um nicht ins Leere zu heizen.

Während der Begriff „Stoßlüften“ in Deutschland weit verbreitet und bekannt ist, redet man sich im Ausland oft um Kopf und Kragen, wenn man die Technik beschreiben möchte.

Auf Englisch bedeutet Stoßlüften so viel wie „inrush airing“ oder „shock ventilation“.

Hintergründe: Was du über Stoßlüften wissen solltest

Obwohl Lüften recht unkompliziert klingt, zeigt die Praxis, dass falsches Lüften oft zu Schimmelbildung im Haus führt.

Deshalb solltest du dich genau darüber informieren, wie du richtig lüftest und welche Fehler du vermeiden kannst.

Wie lange muss ich stoßlüften?

Die Dauer des Lüftens ist abhängig vor allem abhängig von der Jahreszeit. Denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Geschwindigkeit des Luftaustausches. In der Tabelle siehst du, wie lange, du zu welcher Jahreszeit lüften solltest.

Jahreszeit Dauer des Stoßlüftens
Winter 5 Minuten
Frühling 10 – 15 Minuten
Sommer 25 Minuten
Herbst 10 – 15 Minuten

Natürlich können diese Werte von Monat zu Monat variieren. Außerdem solltest du beachten, dass langes Stoßlüften im Sommer dein Zuhause sogar zusätzlich aufheizen kann. Wenn du deine Wohnung kühl halten möchtest, solltest du bei hohen Außentemperaturen tagsüber nicht stoßlüften.

Ein anderer Faktor, der die Dauer des Lüftens beeinflusst, ist zum Beispiel die Größe des Raums. In kleineren Zimmern erfolgt ein Luftaustausch relativ schnell, während es in größeren Räumen länger dauert, bis die Luft vollständig ausgetauscht wurde.

Wie oft am Tag muss ich stoßlüften?

Die Faustregel ist, dass du etwa viermal pro Tag in jedem Raum stoßlüften solltest. Das verhindert Schimmelbildung durch Feuchtigkeit.

Wenn sich Menschen längere Zeit in einem Raum aufhalten, wird sogar empfohlen, alle zwei Stunden zu lüften.

Auch hier ist zu beachten, dass es bei hohen Außentemperaturen im Sommer sinnvoll ist, nur jeweils morgens und abends für etwa 30 Minuten zu lüften. Damit verhinderst du, dass sich der Raum tagsüber beim Lüften aufheizt.

Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Dauer des Stoßlüftens haben sind zum Beispiel Umstände wie die Dämmung des Hauses, der Zustand der Fenster oder die Anzahl und die Lebensgewohnheiten der Bewohner des Hauses.

Wenn sich viele Personen regelmäßig in einem Haus aufhalten muss öfter gelüftet werden. Gleiches gilt, wenn in Räumen sportliche Aktivitäten betrieben werden, bei denen viel Kohlendioxid freigesetzt wird.

„Verbrauchte“ Luft lässt uns unwohl und müde fühlen. Deshalb sollte man sie regelmäßig mit frischer Luft austauschen.

Welches Wetter eignet sich zum Stoßlüften?

Weil die Geschwindigkeit des Luftaustausches von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängt, ist nicht jedes Wetter gleich gut zum Lüften geeignet.

  • Regen: Ist geeignet zum Stoßlüften. Du solltest aber darauf achten, dass kein Regenwasser direkt ins Innere kommt. Ansonsten könnten Wasserschäden entstehen.
  • Nebel: Eignet sich zum Stoßlüften, denn die Luftfeuchtigkeit von draußen ist bei Nebel trotzdem geringer, als die Luftfeuchtigkeit von drinnen. Somit findet ein aktiver Austausch statt.
  • Hitze: Ungeeignet zum Stoßlüften, da der Luftaustausch bei hohen Temperaturen sehr langsam vorangeht. Außerdem heizt sich deine Wohnung bei geöffneten Fenstern sehr schnell auf.
  • Minusgrade: Geeignet zum kurzen Stoßlüften. Die Fenster sollten nicht zu lange geöffnet bleiben, damit die Wände nicht auskühlen. Bis zu 5 Minuten sind empfehlenswert.

Zusammengefasst heißt das, dass Stoßlüften bei fast jedem Wetter zu empfehlen ist. Ein Luftaustausch ist im Alltag unverzichtbar. Falls es draußen doch mal zu heiß und zu schwül sein sollte, empfiehlt sich die Benutzung eines Luftreinigers oder eine Klimaanlage, die zusätzlich gegen die Hitze hilft.

Muss ich die Heizung beim Stoßlüften ausschalten?

Ja, beim Stoßlüften solltest du immer die Heizung herunterdrehen – egal ob es sich um 5 Minuten oder eine halbe Stunde handelt. Denn durch das geöffnete Fenster verschwindet ein Großteil der Wärme nach draußen.

Wenn das Thermostat-Ventil beim Stoßlüften nicht auf „0“, also auf Frostschutz, steht, so bewirkt die kalte Luft von draußen, dass sich der Heizkörper aufheizt. Die produzierte Wärme verfliegt sofort durch das offene Fenster.

Das Ausschalten der Heizung beim Stoßlüften ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für deinen Geldbeutel.

Wenn der Umweltschutz nicht die ausschlaggebende Motivation zum Runterdrehen ist, sollte es zumindest die mögliche Ersparnis sein.

Wenn es absehbar ist, dass du bald lüftest, kannst du den Heizkörper auch schon vorher abstellen.

Stoßlüften: Praktische Anwendung und Vorteile

Stoßlüften geht einfach und schnell – doch wie effektiv ist die Technik wirklich?

Im folgenden Abschnitt erklären wir dir die wichtigsten Unterschiede zu anderen Lüftungsmethoden und welche Vorteile ein schneller Luftaustausch für dich, deine Wohnung und deinen Geldbeutel hat.

Ist Stoßlüften besser als Dauerlüften oder Querlüften?

Neben dem Stoßlüften gibt es noch ein paar andere Methoden, um für frische Luft zu sorgen. Bekannt sind zum Beispiel das Dauerlüften über gekippte Fenster oder Querlüften. Doch welche ist die Beste?

Stoßlüften Dauerlüften Querlüften
Stoßlüften geht schnell und ist recht unkompliziert. Die Luft kann durch das weit geöffnete Fenster schnell ausgetauscht werden. Wenn man die richtige Lüftungsdauer beachtet, kann nichts schiefgehen. Dauerlüften über ein gekipptes Fenster ist zwar beliebt, allerdings nicht wirklich effektiv. Der Luft wird nur spärlich und nicht vollständig ausgetauscht, während das dauernde Lüften bei ständig geöffnetem Fenster für hohe Heizkosten sorgt. Als Querlüften bezeichnet man die Technik, zwei Fenster auf der je gegenüberliegenden Seite oder in gegenüberliegenden Räumen zu öffnen. Es entsteht ein kräftiger Durchzug, der sogar noch effektiver ist, als beim Stoßlüften. Aber Vorsicht: Man kann sich bei längerem Lüften schnell einen Zug holen und krank werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Mischung aus Stoß- und Querlüften optimal ist. Wer die Möglichkeit hat, für ordentlichen Durchzug zu sorgen, sollte sie nutzen.

Bei Zimmern mit nur einem Fenster ist aber Stoßlüften völlig ausreichend. Obwohl Dauerlüften durch gekippte Fenster in Deutschland weit verbreitet ist, solltest du diese Technik lieber lassen, um deine Heizkostenrechnung nicht in die Höhe zu treiben.

Außerdem schützt Dauerlüften nicht effektiv vor Schimmelbildung. Die Fenster nur zu kippen ist also auch in dieser Hinsicht nicht wirklich erfolgversprechend, weil die Feuchtigkeit zum Großteil noch im Raum zurückbleibt.

Schützt Stoßlüften vor Schimmelbildung?

Ja, regelmäßiges Lüften ist der effektivste Schutz vor Schäden durch Schimmelbildung. Denn das größte Gefahrenpotenzial für Schimmel liegt in der Feuchtigkeit, die wir tagtäglich produzieren.

Denn überall im Haus entsteht Feuchtigkeit, ob nun in der Küche beim Kochen, im Badezimmer beim Duschen oder Baden, im Keller beim Wäsche trocknen. Aber auch einfach beim Atmen und Schwitzen der Hausbewohner.

Die muss durch richtiges Lüften wieder raus, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. Denn Schimmel sieht nicht nur unschön aus, sondern kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend sein.

Durch Stoßlüften reduzierst du die Luftfeuchtigkeit im Raum, indem du feuchte mit trockener Luft von Draußen austauscht.

Vor allem im Badezimmer und der Küche ist diese Technik essenziell, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Wenn du in deinem Badezimmer keine Fenster hast, kannst du alternativ auch mit einem sogenannten Badlüfter für geringe Luftfeuchtigkeit sorgen.

Wie hoch ist die Energieersparnis beim Stoßlüften?

Mit Stoßlüften lässt sich tatsächlich bares Geld sparen. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online aus Berlin hat das Ganze für einen Haushalt mit einer Wohnfläche von 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung durchgerechnet.

Das Ergebnis: Die Bewohner sparen mit Stoßlüften statt Dauerlüften bis zu 2920 Kilowattstunden Energie und damit circa 225 Euro Heizkosten pro Jahr ein.

Aber auch für kleinere Haushalte können mit dem Stoßlüften jährlich über 100 Euro sparen. Ein Haushalt mit 40 Quadratmetern Wohnfläche könnte 135 Euro Heizkosten auf die Seite legen, eingespart werden etwa 1750 Kilowattstunden Energie.

In zehn Jahren hätte man damit bereits 1.000 Euro gespart – ganz einfach durchs Fenster öffnen. In gute Luft zu „investieren“ macht daher aktuell sicher mehr Sinn, also bei der Bank auf Zinsen zu hoffen.

Durch das Stoßlüften wird weniger Energie fürs Heizen verbraucht, als beim Dauerlüften durch gekippte Fenster. (Bildquelle: 123rf.com / nikkytok)

Ist Stoßlüften gesund?

Du sitzt im heißen Büro, vor dir steht ein kühles Getränk. Du nimmst einen Schluck und wischst dir den Schweiß von der Stirn – doch es hilft alles nichts.  Die Buchstaben vor dir auf dem Computerbildschirm verschwimmen vor deinen Augen, du kannst dich kaum noch konzentrieren.

Auf einmal reißt ein Arbeitskollege das Fenster auf und die frische Luft lässt dich wieder aufwachen – ein Moment, der uns fast allen bekannt ist.

Ja, der schnelle Luftaustausch beim Stoßlüften hilft dabei, dass wir uns besser konzentrieren können und generell wacher sind. Denn je höher der Sauerstoffgehalt in der Luft ist, desto besser ist unsere Leistungsfähigkeit.

Besonders im Büro sollte daher regelmäßig gelüftet werden. Das

Beim Stoßlüften wird die alte Luft, die mit CO2 angereichert ist, mit frischer Luft ausgetauscht.

Regelmäßiges Lüften ist außerdem wichtig, um zu verhindern, dass sich Schadstoffe und Staub in der Luft ansammeln. Das kann nämlich auf Dauer schädlich für unsere Gesundheit sein.

Abgestandene Luft riecht also nicht nur miefig, sondern ist tatsächlich auch schlecht für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und das Raumklima. Also Fenster auf und raus damit!

Regelmässige Lüften ist enorm wichtig für unsere Gesundheit, sowie unser Wohlbefinden. (Bildquelle: 123rf.com / Elena Saulich)

Fazit

Stoßlüften ist eine einfache Technik, um die Luft in einem Raum schnell auszutauschen. Wenn du drei bis viermal pro Tag für 5 – 25 Minuten stoßlüftest, beugst du effektiv gegen Schimmel vor und sorgst nebenbei noch für reine Luft mit hohem Sauerstoffgehalt.

Davon profitiert nicht nur deine Konzentrationsfähigkeit, sondern auch dein Geldbeutel: Denn beim Stoßlüften kannst du bares Geld sparen, indem du deine Heizkosten reduzierst.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/immobilien-dreistellig-sparen-mit-stosslueften-in-der-heizperiode-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170303-99-515900

[2] https://www.sueddeutsche.de/geld/richtig-lueften-zweimal-morgens-zweimal-abends-1.3274924

[3] https://praxistipps.focus.de/richtig-lueften-so-gehts_39595

Bildquelle: 123rf.com / 47462646

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Ralf hat jahrelang in Südafrika gelebt und dort ein Geschäft für Klimageräte geführt. Durch eine zusätzliche Ausbildung zum Handwerker hat er eine große Expertise in den Themenbereichen Klimaanlagen, Lüftungen und im Handwerken.