Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2019

Heizkosten stellen bei der jährlichen Abrechnung der Betriebskosten einen erheblichen Anteil dar. Damit du zukünftig dem Ablesedienst nicht mehr blindes Vertrauen entgegenbringen musst, zeigen wir dir in diesem Artikel, wie du selbst deinen Heizverbrauch im Blick behalten kannst.

Wir zeigen dir nicht nur wann und wo die Heizung abgelesen wird, sondern werden dir auch die einzelnen Werte im Detail erklären. Des Weiteren werden wir dir erklären, mit welchen Geräten das Ablesen erleichtert wird und werden auch auf die rechtliche Situation eingehen, die dem Ablesen der Heizung zugrunde liegt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Heizung wird vom Ablesedienst einmal jährlich abgelesen und basierend auf den dabei erfassten Werten wird die Abrechnung der Heizkosten erstellt. Den rechtlichen Rahmen für diese Abrechnung stellt die Heizkostenverordnung dar.
  • Es gibt drei verschiedene Wege, um die Heizkosten zu erfassen: Wärmemengenzähler, elektrische Heizkostenverteiler und Heizkostenverteiler nach Verdunstungsprinzip.
  • Wärmemengenzähler und elektrische Heizkostenverteiler sind in der Anschaffung teurer, doch in der Berechnung genauer und meist leichter zum Ablesen. Heizkostenverteiler nach Verdunstungsprinzip sind bei der Messung sehr ungenau und daher bei den Mietern auch sehr unbeliebt.

Warum muss die Heizung abgelesen werden?

Die Heizung muss jährlich abgelesen werden, um den tatsächlichen oder relativen Verbrauch der Heizung zu bemessen. Dies ist gerade bei Mietwohnungen relevant, da sich die Heizkostenrechnung zum Teil aus einem Anteil für die Wohnfläche und einem Teil aus dem tatsächlichen Verbrauch ergibt.

Dabei muss allerdings dem Ablesedienst ein hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht werden. Diesem kann nur durch ein eigenständiges Ablesen der Heizung entgegengewirkt werden.

Für die jährliche Betriebskostenabrechnung und ein gutes Mieter-Vermieter Verhältnis ist eine möglichst genaue Erfassung des Heizverbrauchs wichtig. ( Bildquelle: pixabay / blickpixel)

Denn kannst du die Heizung selbst ablesen, kannst du zum einen den Ablesedienst kontrollieren und damit auch die jährliche Heizkostenrechnung.

Zum anderen kannst du dadurch auch Geld sparen. So fällt es leichter den Heizverbrauch auch unterm Jahr besser im Blick zu haben und eventuelle Sparmaßnahmen zu treffen.

Hintergründe: Was du über das Ablesen der Heizung wissen solltest

Mit den richtigen Geräten stellt das Ablesen der Heizung keine große Herausforderung mehr dar. Die folgenden Absätze werden vor allem darauf eingehen, wo, wie und wann die Heizung abgelesen wird, und welche Vor- und Nachteile dir die verschiedenen Methoden der Heizungsablesung bieten.

Wo wird die Heizung abgelesen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Heizung abzulesen bzw. den Heizverbrauch zu erfassen. Zum einen können dafür Wärmemengenzähler zum Einsatz kommen.

Ihre Montage und Instandhaltung ist im Vergleich zu den bestehenden Alternativen recht kostenintensiv, aufwendig und verlangen dem Benutzer das höchste Grad an Wissen ab. Allerdings bemessen sie die Werte auch am genausten.

Heizkostenverteiler sind direkt am Heizkörper angebracht und können den Heizverbrauch nur indirekt bemessen. Dies beeinflusst natürlich auch ihre Messgenauigkeit. (Bildquelle: pixabay / ri)

Alternativ dazu können noch Heizkostenverteiler mit Verdunstungsröhrchen oder elektrische Heizkostenverteiler zum Einsatz kommen. Bei denen, die nach einem Verdunstungsprinzip arbeiten, handelt es sich vor allem um ältere Modelle.

Elektrische Heizkostenverteiler ermitteln die Werte nicht nur genauer, sondern geben auch den Stichtag der Ablesung bekannt. Sind sie mit einem Funk ausgestattet, kann die Heizung auch außerhalb der Wohnung problemlos abgelesen werden.

Zwar sind die elektrischen Heizkostenverteiler bei der Erstanschaffung teurer, doch erleichtern sie das Ablesen erheblich.

Zusätzlich zu den Heizzählern ist jede Wohnung mit einem Warmwasserzähler ausgestattet, welcher direkt in die Rohrleitungen integriert ist und den Verbrauch des Warmwassers angibt. Dieser Wert ist essentieller Bestandteil jeder Heizkostenabrechnung.

Wann wird die Heizung abgelesen?

Die Heizung wird eigentlich nur einmal jährlich abgelesen. Zieht man neu in eine Wohnung, sollte man darauf bestehen, dass gleich zu Beginn die Heizung abgelesen wird, damit man auch nur den eigenen Verbrauch und nicht auch jenen der Vormieter bezahlen muss.

Elektronische Heizkostenverteiler, ausgestattet mit einem Funk, können die Heizung auch monatlich ablesen und die erfassten Daten automatisch dem Vermieter und der Hausverwaltung bzw. der extern für das Ablesen der Heizung angestellten Firma übermitteln.

Welcher Wert wird beim Ablesen der Heizung erfasst?

Der elektrische Heizkostenverteiler erfasst nicht nur einen Wert, sondern fünf verschiedene Werte, welche abwechselnd auf der Anzeige erscheinen.

Manche Modelle arbeiten beim Erfassen der Werte im Stand-by-Modus und müssen zuerst an der Sensortaste berührt werden, damit sie die erfassten Werte ausgeben.

Neben dem aktuellen Verbrauchswert geben elektrische Heizkostenverteiler auch das Stichtagsdatum, den Verbrauchswert zum Stichtag und eine Prüfzahl an.

Des Weiteren verfügen sie über einen Anzeigetest. Was diese Werte im Detail angeben und wie sie zu interpretieren sind, werden wir dir weiter unten im Artikel erklären.

Was muss beim Ablesen der Heizung beachtet werden?

Natürlich muss beim Ablesen der Heizung darauf geachtet werden, dass die Werte und der Heizkörpertyp richtig notiert werden. Damit aber die richtigen Werte notiert werden können, muss auf eine richtige Montage der Heizkostenverteiler geachtet werden.

Und zwar sollten Heizkostenverteiler dort montiert werden, wo die Heizkörper am meisten Wärme abgeben: horizontal mittig im oberen Drittel des Heizkörpers.

Besonders heikel ist das Ablesen bei Heizkostenverteilern, welche nach dem Verdunstungsprinzip arbeiten. Denn diese Werte müssen genau im rechten Winkel abgelesen werden, sodass es bei solchen Geräten schnell zu Ungenauigkeiten kommen kann.

In den meisten Haushalten werden Heizungen verwendet. Auch auf kleiner Stufe wird Energie verbraucht, die richtig abgelesen und verrechnet werden muss. (Bildquelle: pixabay.com / geralt)

Daher sollte gerade wenn man sich auf diese Geräte verlassen muss, selbst nachgeprüft werden ob die Daten richtig notiert worden sind. Dazu kannst du dir eventuell auch beim ersten Ablesen vom Ablesedienst erklären und zeigen lassen, wie er dies genau macht.

Welche Kosten ergeben sich beim Ablesen der Heizung?

Für das Ablesen der Heizung beauftragt der Vermieter oder die Hausverwaltung einen Ablesedienst. Dieser kommt entweder in die Wohnung oder liest die benötigten Werte mittels Funk ab. Die Kosten für den Ablesedienst sind die einzigen Kosten, die bei einem normalen Ablesen der Heizung entstehen.

Auch wenn die Firma nicht die Wohnung betreten muss, fallen (meist verdeckte) Kosten für das Ablesen an, da die Geräte teurer sind und daher nicht mehr wie üblich vom Vermieter angekauft, sondern angemietet werden.

Die gesamten Kosten für das Ablesen darf der Vermieter laut Heizkostenverordnung auf die Rechnung der Mieter abwälzen. Dabei handelt es sich durchschnittlich um Werte zwischen 50 und 100€.

Die Kosten, welche für das Ablesen der Heizung anfallen, können leider nicht durch ein eigenständiges Ablesen der Heizung eingespart werden.

Die Heizung richtig ablesen: 4 wertvolle Tipps

Zwar kannst du durch ein eigenständiges Ablesen keine direkten Kosten sparen, doch kannst du den Ablesedienst erstens ein wenig kontrollieren und zweitens kannst du so deinen tatsächlichen Verbrauch auch unterm Jahr im Blick behalten. Dies erleichtert es dir erheblich, deine Heizkosten zu reduzieren.

An sich stellt das selbstständige Ablesen der Heizwerte keine große Herausforderung dar, wenn erstens das montierte Gerät genau misst, zweitens dieses fachgerecht montiert ist und du drittens über die bei der Ablesung notwendigen Werte Bescheid weißt.

Damit du dir diese notwendigen Kenntnisse aneignen kannst, haben wir dir das Wichtigste dazu in den folgenden Absätzen zusammengefasst.

Tipp 1: Das fachgerechte Ablesen

Das Ablesen von Wärmemengenzählern

Als Wärmemengenzähler werden jene Geräte benannt, welche direkt in den Heizwasserkreislauf eingebaut sind. Sie berechnen direkt und exakt sowohl die verbrauchte Wärme für das Erwärmen von Wasser als auch für das Erwärmen der Räume. Dazu benötigen sie folgende Werte:

  • den Volumenstrom des Heizungswassers
  • die Wärmekapazität
  • die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur

Damit sie diese Werte genau und zuverlässig erfassen können, müssen Wärmemengenzähler alle fünf Jahre nachgeeicht werden.

Wärmemengenzähler bemessen den Verbrauch genauer als jedes andere Gerät, doch ist ihre Installation aufwendiger und kostenintensiver, sodass bei Mehrfamilienhäusern häufig darauf verzichtet wird.

Gerade bei älteren Häusern wird eine nachträgliche Installation meistens umgangen. Stattdessen wird bei Mehrfamilienhäusern lieber auf elektronische Heizkostenverteilern zurückgegriffen.

Das Ablesen von elektrischen Heizkostenverteilern

Elektronische Heizkostenverteiler messen ihre Werte mithilfe von ein bis zwei Sensoren. Ein Sensor misst die Temperatur des Heizkörpers. Diesen Sensor besitzt jeder elektronische Heizkostenverteiler.

Der zweite Sensor, über den nicht jedes Messgerät verfügt, erfasst die Raumtemperatur. Fehlt dieser Sensor, wird eine Konstante für die Raumtemperatur verwendet.

Aus diesen beiden Werten – Temperatur des Heizkörpers und (konstante) Raumtemperatur – wird vom Heizkostenverteiler der Verbrauch der Heizenergie berechnet.

Welche zusätzlichen Werte erfasst werden und über welche Zusatzausstattungen solche elektrischen Heizkostenverteiler verfügen hängt von Hersteller zu Hersteller ab. Wir werden weiter unten im Artikel auf zumindest fünf Werte eingehen, welche gängige elektrische Heizkostenverteiler erfassen können.

Insgesamt stellen elektrische Heizkostenverteiler die gängigste und, bemessen an Preis-Leistung auch die beste Variante dar, um die Heizkosten zu erfassen, auch wenn sie bei der Erfassung der notwendigen Werte nicht so genau sind wie Wärmemengenzähler.

Das Ablesen von Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip

Komplizierter und umfangreicher ist das Ablesen von Heizkostenverteilern welche nach dem Verdunstungsprinzip arbeiten. Sie haben in ihrem Inneren eine mit einer chemischen Messflüssigkeit gefüllte Glasampulle.

Diese Flüssigkeit verdampft je nach Temperatur des Heizkörpers mehr oder weniger schnell. Die verdunstete Menge kann an der angebrachten Skala abgelesen werden.

Verschiedene Ablesemethoden haben ihre individuellen Vor- und Nachteile. (Bildquelle: 123rf.com / muuraa)

Die Glasampulle mit der Messflüssigkeit wird jedes Jahr vom Ablesedienst ausgetauscht. Zu Beginn ist sie dermaßen gefüllt, dass die Flüssigkeit den letzten Ablesewert übersteigt.

So soll die Kaltverdunstung der Messflüssigkeit, welche bei hohen Raumtemperaturen auch ohne Heizung stattfindet und so den Messwert beeinflusst, ausgeglichen werden. Dennoch ist dieses Messgerät äußerst ungenau und ist nur noch in älteren Wohneinheiten anzutreffen.

Tipp 2: Die erfassten Werte – einfach erklärt

Am einfachsten abzulesen und für den Endverbraucher am leichtesten einzusehen sind die Werte des elektronischen Heizkostenverteilers. Die gängigsten Modelle dieses Messgerätes geben bis zu fünf Werten an:

  • der aktuellen Verbrauchswert
  • der Anzeigetest
  • das Stichtagsdatum
  • der Verbrauchswert zum Stichtag
  • die Prüfzahl

Der aktuelle Verbrauchswert gibt den Verbrauch seit dem letzen Stichtag an. Bei der Ablesung wird dieser Wert auf Null gesetzt und ein neues Stichtagsdatum gespeichert. Das Stichtagsdatum gibt also jeweils den letzten Tag der neuen Abrechnungsperiode an.

Der Verbrauchswert zum Stichtag zeigt den Verbrauch inkl. Datum des letzten Stichtages an. Gekennzeichnet ist dieser Wert durch ein ihm vorgestelltes “M”. Ist kein Stichtag eingespeichert, erscheint anstelle des Datums folgende Anzeige: “M —-“.

Mithilfe der Prüfzahl vergewissert sich der Ablesedienst der Richtigkeit der Werte. Bei der Anzeige auf dem Display erscheint vor der Prüfzahl ein “C”. Ebenso dient der Anzeigetest dazu, sich der Funktionstauglichkeit des Geräts zu vergewissern. Diese ist gewährleistet, wenn am Display die beiden Buchstaben “M” und “C” untereinander erscheinen.

Die Anzahl und Reihenfolge der Werte auf deinem elektronischen Heizkostenverteiler können von den oben angegebenen Werten abweichen. Dennoch können sie dir als eine erste Orientierung dienen, um dich nach und nach mit deinem Heizkostenverteiler vertraut zu machen.

Wert Angabe
Aktueller Verbrauchswert Verbrauch seit dem letzten Stichtag
Stichtagsdatum Letzter Tag der Abrechnungsperiode
Verbrauchswert zum Stichtag Verbrauch inkl. Datum des letzten Stichtages
Prüfzahl Zur Kontrolle der Richtigkeit der Werte
Anzeigetest Zur Vergewisserung der Funktionstauglichkeit des Geräts

Im folgenden Video erklärt dir ein Experte wie die Heizkostenabrechnung zustande kommt.

Tipp 3: So berechnest du deinen Verbrauch

Wird der Heizverbrauch mithilfe eines Wärmemengenzählers erfasst, lautet die den Berechnungen zugrunde liegende Formel: Q = m x c x dt (Wärmemenge in kWh = Volumenstrom des Heizungswassers x Wärmekapazität x Temperaturdifferenz Vor- und Rücklauf). Das Ergebnis wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.

Wird der Wärmeverbrauch mithilfe von elektrischen Heizkostenverteilern oder Heizkostenverteilern nach Verdunstungsprinzip abgelesen, so ergeben sich die Heizkosten anteilsmäßig am Gesamtverbrauch des Hauses und der Größe der eigenen Wohnung.

Dieser Wert kann nicht eigenständig abgelesen werden. Vielmehr gilt es auf die jährliche Betriebskostenabrechnung zu warten, um dann die angegebenen Werte zu kontrollieren.

Tipp 4: Diese Vorrichtungen erleichtern dir das Ablesen der Heizung

Wie schon mehrmals erwähnt, erleichtern dir elektrische Heizkostenverteiler, ausgestattet mit einem Funk als Zusatzfunktion, erheblich das Ablesen der Heizung.

Dies deshalb, da du erstens bei dem vorgegebenen Termin des Ablesedienstes nicht anwesend sein musst, da diese die benötigten Werte extern ablesen können.

Zweitens können diese Werte regelmäßiger erhoben werden und nicht nur einmal jährlich, sodass auch bei einem Mieterwechsel der Heizverbrauch der beiden Parteien genauer differenziert werden kann.

Allerdings muss von der Annahme Abstand genommen werden, dass diese Geräte zu einer Reduzierung der anfallenden Kosten beitragen. Vielmehr können die anfallenden Kosten durch solche Geräte steigen, da sie in der Anschaffung kostenintensiver sind, sodass die Vermieter sie nicht mehr Kaufen, sondern von den Anbietern ausleihen. Die Kosten für einen solchen Leih kann der Vermieter dann zu 100% dem Mieter verrechnen.

Nochmals für dich zusammengefasst: die jeweiligen Unterschiede der drei Messgeräte.

  • Wärmemengenzähler: Direkt in den Heizwasserkreislauf eingebaut. Bemisst die anfallenden Werte exakt. Mieter können das Gerät nicht eigenständig ablesen. Preis für günstige Modelle ab: 150€.
  • Elektrische Heizkostenverteiler: Bemisst den Verbrauch anteilsmäßig. Ist direkt am Heizkörper angebracht. Durch das Display fällt das Ablesen der Werte sehr leicht, auch dem Mieter. Dadurch kann der Heizverbrauch besser im Blick behalten werden. Falls mit einem Funk ausgestattet, kann das Gerät die ermittelten Werte dem Ablesedienst auch zusenden, sodass dieser dafür nicht mehr eigens in die Wohnung kommen muss. Preis für günstige Modelle: ab 15€ pro Heizkörper.
  • Heizkostenverteiler nach Verdunstungsprinzip: Messen extrem ungenau und tragen daher zu keinem guten Vermieter-Mieter-Verhältnis bei, sondern fördern vielmehr Misstrauen auf Seiten der Mieter. Nur noch in älteren Wohneinheiten anzutreffen. Sollten nicht mehr neu angeschafft sondern durch elektrische Geräte ersetzt werden.

Trivia: Was du sonst noch über das Ablesen der Heizung wissen solltest

Heizkosten im Vergleich

Die tatsächlichen Heizkosten pro Jahr setzen sich aus dem tatsächlichen Energieverbrauch, dem Energiepreis und den Heiznebenkosten (wie zum Beispiel den Kosten für das Ablesen) zusammen.

Im Jahr 2017 war in Deutschland das Scheitholz der günstigste Energieträger mit einer Gesamtkostenrechnung von 6,70€ pro Quadratmeter Wohnfläche. Der teuerste Energieträger war Erdgas mit stolzen 11,30€ pro Quadratmeter, gefolgt von Heizöl mit 10,70€ pro Quadratmeter.

Hast du deinen Heizverbrauch auch unterm Jahr im Blick, kannst du bei der jährlichen Abrechnung bares Geld sparen (Bildquelle: pixabay / stux).

Dennoch heizt fast die Hälfte der deutschen Haushalte (fast 50%) mit Erdgas. Im Jahre 2017 lag der Verbrauch von Erdgas in einem Mehrfamilienhaus jährlich bei ca. 153 kWh (Kilowattstunden) pro Quadratmeter. Bei einer 70 m² großen Wohnung entspricht dies, zusammen mit den Heiznebenkosten, einem Kostenaufwand von rund 810€ im Jahr.

Manipulierte Werte – das Geheimnis des Röhrchens

Heizkostenverteiler welche nach einem Verdunstungsprinzip arbeiten, sind, wie schon mehrfach erwähnt, in ihrer Messung sehr ungenau. Nicht selten fühlen sich Mieter dadurch betrogen und hintergangen.

Gerade diese Gefühle wecken im Umkehrschluss dann häufig das Bedürfnis diesem Unrecht entgegenzuwirken. Dass dabei unzulässiges, gar illegales Verhalten wachgerufen wird, wird erfolgreich ausgeblendet.

Die Heizkosten sind für viele Menschen überraschend, da sie höher ausfallen, als gedacht. Doch Fälschung und Manipulation, um die Kosten niedrig zu halten, sind strafbar. (Bildquelle: pixabay.com / olivierk5)

Auf vielen Foren im Internet kann man diverse Tricks und Anleitungen finden, wie das Röhrchen manipuliert werden kann, um die nächste Heizkostenrechnung möglichst gering zu behalten.

Die Manipulation des Röhrchens ist illegal und kann zu einer sofortigen Kündigung der Mietwohnung führen.

Sollte die zur Manipulation gewählte Methode tatsächlich Erfolg haben, wirkt sich dies allerdings nicht auf den eigenen Vermieter negativ aus, sondern die Nachbarn im Hause, da Heizkostenverteiler ja nicht direkt den eigenen Verbrauch berechnen, sondern lediglich feststellen, wie die im Haus anfallenden Heizkosten auf die verschiedenen Parteien aufgeteilt werden sollen.

Daher ist es, von mehreren Blickwinkeln aus betrachtet, nicht ratsam, einen solchen Manipulationsversuch zu starten. Häufig gehen diese Versuche nach hinten los und führen zu einer Kündigung der Wohnung, einem schlechten Verhältnis zu den Nachbarn oder, wenn der Versuch komplett nach hinten geht, gar zu höheren Heizkosten.

Daher ist es eher ratsam, insgesamt auf übermäßig hohe Temperaturen im Raum zu verzichten, denn jedes Grad über 20 Grad Raumtemperatur führt auch zu einem Heizkostenplus von 6 Prozent. Zudem sollten Möbel und Sofas so weit wie möglich weg von der Heizung gestellt werden, um eine sich dadurch bildende Stauhitze zu vermeiden.

Sollte dennoch das Gefühl bestehen, betrogen zu werden, kann auch der legale Weg eingeschlagen werden und die Forderung nach genaueren Messgeräten laut gemacht werden.

Doch sollte man sich hier absolut sicher sein, dass der errechnete Verbrauch deutlich über dem tatsächlichen Verbrauch liegt. Denn diese Geräte sind in der Anschaffung teurer und dies wirkt sich dann negativ auf die Heiznebenkosten aus.

Die rechtliche Situation zum Thema Heizung ablesen – wenn Mieter und Vermieter uneins sind

Den rechtlichen Rahmen bezüglich Heizkosten bildet die Heizkostenverordnung. Dieser Verordnung zufolge ist der Vermieter dazu verpflichtet, Geräte zu installieren welche den anteiligen Verbrauch der Heizkosten erfassen können.

Der Mieter muss diese Installation zulassen. Dabei obliegt dem Vermieter die Entscheidung, welche Geräte er dazu verwendet.

Die Heizverordnung gibt auch vor, welche Kosten dem Mieter angerechnet werden dürfen. Ein Punkt dabei sind die Kosten für das Ablesen der Heizung. Zudem gibt die Heizkostenverordnung Aufteilungsschlüssel vor, nach denen die Heizkosten im Haus aufgeteilt werden müssen.

Bestehen Uneinigkeiten zwischen Vermieter und Mieter, hilft der Deutsche Mieterbund. Prinzipiell gilt: sollte der Vermieter die Heizkosten nicht verordnungsgemäß abrechnen, kann der Mieter seinen Anteil um 15 Prozent kürzen. Allerdings sollte dies nicht ohne rechtliche Beihilfe geschehen, um eventuelle Folgeklagen zu vermeiden.

Fazit

Steht die jährliche Heizkostenabrechnung vor der Tür, tun sich immer wieder Fragen auf, ob der abgelesene Verbrauch dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Diesen Fragen kannst du zum Teil Abhilfe schaffen, indem du deine Heizung einfach hin und wieder selbst abliest und so deinen Heizverbrauch selbst im Blick behältst.

Am einfachsten ist dies bei elektrischen Heizkostenverteilern, am genauesten mit einem Wärmemengenzähler. Solltest du länger in einer Wohnung wohnen, solltest du über die Anschaffung solcher Geräte durchaus einmal nachdenken bzw. mit deinem Vermieter darüber reden.

Am meisten Vertrauen benötigen die Heizkostenverteiler, welche nach einem Verdunstungsprinzip arbeiten. Diese berechnen sehr ungenau und sind auch nur noch in älteren Wohneinheiten anzufinden.

Solltest du dich dabei ungerecht behandelt fühlen, kannst du das Gespräch mit deinem Vermieter suchen. Doch gilt auch hier: der effektivste Weg um Heizkosten zu sparen ist auf eine übermäßig hohe Raumtemperatur zu verzichten.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://heizung.de/heizung/tipps/heizkostenverteiler-die-heizung-richtig-ablesen/

[2] https://www.heizspiegel.de/heizkosten-verstehen/heizung-ablesen-heizkostenverteiler/

[3] https://www.intelligent-heizen.info/das-ablesen-der-heizung-was-wird-gemessen-und-berechnet/

Bildquelle: 123rf.com / Andriy Popov

Warum kannst du mir vertrauen?

Stephan hat das Heizungs-Geschäft seines Vaters übernommen. Mittlerweile hat er es erweitert und auch noch den Fachbereich der alternativen Heizungsmethoden hinzugenommen. Damit hat er richtigen Erfolg. Da er sein Wissen darüber gerne weiter geben möchte, hat er nun angefangen, darüber zu schreiben.