Dachdecken
Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021

Die ganz große Mehrheit der deutschen Wohnhäuser sind mit Heizkörpern ausgestattet. Zudem gewinnen durch die immer heißeren Sommer auch Klimaanlagen an Beliebtheit. Doch wie sorgt man dafür, dass die Wärme beziehungsweise Kälte nicht nach außen dringt?

Hierbei spielt das richtige Dachdecken eine wichtige Rolle. Aber wie deckt man ein Dach energieeffizient und welche finanziellen Förderungen kann man dafür erhalten? In diesem Artikel beantworten wir einige der wichtigsten Fragen rund ums Thema gutes Raumklima durch richtiges Dachdecken schaffen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Dach besteht grundsätzlich aus vier unterschiedlichen Schichten. Zur Sicherstellung eines angenehmen Raumklimas ist hierbei insbesondere die Dämmschicht von großer Bedeutung.
  • Beim Dachdecken stehen dir verschiedenste Materialien zur Auswahl. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Deshalb sollte vor allem bei der Dämmung genau auf die Materialauswahl geachtet werden.
  • Da ein gut gedämmtes Dach durchaus kostspielig sein kann, werden verschiedene Förderprogramme angeboten. Bundesweit sind dabei die BAFA und die KfW wichtige Fördermittelgeber.

Dachdecken für angenehmes Raumklima: Was du wissen solltest

Neben den optischen Faktoren spielt insbesondere die Dämmung eine wichtige Rolle beim Dachdecken. Dennoch stellen sich viele Hausbauer die Frage wie ein Dach richtig gedeckt wird? Worauf kommt es außerdem beim Schaffen eines guten Raumklimas durch Dachdecken an? Wir möchten dir dabei helfen dich bestmöglich zu informieren. Deshalb haben wir im Folgenden einige der wichtigsten Fragen rund um dieses Thema beantwortet.

Wie ist ein Dach gedeckt?

Es gibt Dächer in den unterschiedlichsten Formen und mit verschiedensten Neigungen. Dennoch ist der grundsätzliche Aufbau eines Daches bei fast jeder Form ähnlich und besteht aus vier übereinanderliegenden Schichten. Von innen nach außen beziehungsweise unten nach oben betrachtet sieht der Aufbau des Daches wie folgt aus:

  1. Dachsparren als Skelett des Daches
  2. Dämmung
  3. Dachlattung und Verschalung
  4. Dachabdichtung – die oberste Schicht inklusive Dachziegeln

Zusätzlich zu diesen vier Schichten gewinnt die Dachbegrünung immer mehr Beliebtheit. Außerdem entscheiden sich Bauherren zunehmend für die Anbringung von Fotovoltaikanlagen auf dem Hausdach.

Welches Material kann zum Dachdecken verwendet werden?

Im Grunde genommen sind bei der Eindeckung des Daches der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Dennoch haben sich über die Jahrhunderte einige Materialien als besonders bewährt erwiesen. Der Grund hierfür ist, dass diese Materialien sehr witterungsbeständig sind und sich mit der richtigen Technik wasserundurchlässig auf dem Dach anbringen lassen.

Während die Dachsparren sowie die Dachlattung und Verschalung in fast allen Fällen aus Holz gefertigt sind, gibt es bei der Dämmung (siehe “Welche Dämmmaterialien sollten beim Dachdecken verwendet werden?”) und der Abdichtung durchaus verschiedene Möglichkeiten.

Dachdecken

Um auch während der kalten Jahreszeit so wenig wie möglich Heizenergie zu verschwenden ist ein dämmend gedecktes Dach extrem wichtig. (Bildquelle: Marjorie Teo/ Unsplash)

Weltweit werden die verschiedensten Materialien zur Dachabdichtung eingesetzt. Hierzulande haben sich aber vor allem Dachziegel, Dachsteine, Faserzementplatten, Schiefer und Metall durchgesetzt.

All diese Materialien sind wetterfest und unterscheiden sich in ihrer Zweckerfüllung kaum. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Optik sowie im Preis. Deshalb kommt es bei der Materialwahl allen voran auf deine persönlichen Vorlieben sowie dein Budget an.

Was ist beim energieeffizienten Dachdecken zu beachten?

Das Dach energieeffizient zu decken hilft dir zum Beispiel dabei die optimale Raumtemperatur in deinem Haus zu halten. Somit sorgst du dafür, dass der Wärmemengenzähler nicht in die Höhe schnellt und du somit langfristig deinen Geldbeutel schonst.

Aufgrund des voranschreitenden Klimawandels ist auch der Gesetzgeber an energieeffizient gedeckten Dächern interessiert.

Deshalb gibt es dazu auch gesetzliche Vorschriften. Viele Jahre lang galt hierfür in Deutschland die Energieeinsparverordnung (EnEv). Zum 01. November 2020 wurde diese Verordnung jedoch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst.

Auch wenn sich die Vorschrift geändert hat, hat sich in Bezug auf die Regelungen zur Dachdämmung zwischen EnEv und GEG nichts geändert. Der hierbei wichtigste Wert ist der sogenannte U-Wert. Dieser Wert misst den Wärmeverlust eines Bauteils durch nach außen dringende Wärme und wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²k)) angegeben.

Für die Dacheindeckung ist hierbei ein Maximalwert von 0,24 W/(m²k) vorgeschrieben. Dieser Wert wird zum einen durch das Material und zum anderen durch die Dicke der Schichten erreicht.

Welche Dämmmaterialien sollten beim Dachdecken verwendet werden?

Ähnlich wie bei der Dachabdichtung stehen dir auch bei der Auswahl des Dämmmaterials einige Möglichkeiten offen. Die Materialarten können in zwei verschiedene Kategorien unterteilt werden – organische und anorganische Dämmstoffe.

Organische Dämmstoffe

Die organischen Dämmstoffe werden nochmals in zwei Unterkategorien aufgeteilt. Diese Kategorien sind erdölbasiertes Dämmmaterial und Dämmmaterial aus nachwachsenden Fasern. In der folgenden Tabelle führen wir einige der gängigen Beispiele für die jeweiligen Unterkategorien auf.

Erdölbasiertes Dämmmaterial Dämmmaterial aus nachwachsenden Fasern
expandierter Polystyrolschaum (EPS) Holzfaser
Polyurethan (PUR) Hanffaser
Zellulose

Beide Arten der organischen Dämmstoffe bieten eine gute Wärmedämmung. Dennoch bringen sie auch ihre jeweiligen Vor- und Nachteile mit sich. Während das Dämmmaterial aus nachwachsenden Fasern beispielsweise mit seiner Nachhaltigkeit besticht, ist der höhere Preis im Vergleich zu den Erdölvarianten ein klarer Nachteil.

Die erdölbasierten Dämmstoffe punkten durch Preis und Effizienz, sind aber leicht entflammbar und daher in Sachen Brandschutz mangelhaft.

Anorganische Dämmstoffe

Anorganische Dämmstoffe sind beim Dachdecken sehr beliebt. Der Grund hierfür ist, dass vor allem die anorganische Mineralwolle verhältnismäßig kostengünstig ist und sich leicht verlegen lässt.

Bei Mineralwolle wird zwischen Glas- und Steinwolle unterschieden. Beide Arten sind sehr brandresistent und lange haltbar. Zudem sind sie als Platten, Bahnen oder Stopfwolle erhältlich. Dies ermöglicht einen einfachen Einbau. Glaswolle ist allerdings weniger dicht und druckbeständig. Durch ihr leichteres Gewicht lässt sie sich aber besser transportieren als Steinwolle.

Dachdecken

Bei der Auswahl der Dämmung gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Besonders beliebt ist Dämmmaterial in Platten, da sich dieses leicht verlegen lässt. (Bildquelle: MonikaP/ Pixabay)

Ein moderner anorganischer Dämmstoff ist Resol-Hartschaum. Dieses Dämmmaterial bietet den großen Vorteil, dass es kaum wärmedurchlässig ist. Zudem sind bereits dünne Schichten des Materials äußerst effizient.

Somit kann der im GEG vorgegebene U-Wert leicht eingehalten werden. Diese Vorteile haben aber natürlich auch ihren Preis. So kann ein Quadratmeter Resol-Hartschaum schon mal das bis zu 5-Fache der gleichen Fläche EPS kosten.

Welche Förderungen gibt es für energieeffizient gedeckte Dächer?

Die KfW und die BAFA bieten einige Förderangebote

Für das energieeffiziente Dachdecken fallen natürlich auch einige Kosten an. Dennoch ist eine gute Dämmung nicht nur im Sinne des Eigentümers, sondern auch im Sinne des Staates. Deshalb werden einige Förderprogramme angeboten.

Neben zahlreichen regionalen Förderangeboten sind bundesweit vor allem die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) interessant.

KfW Förderung

Bei der KfW Förderung hast du die Wahl zwischen dem KfW-Zuschuss 430 und den KfW-Krediten 151 und 152. Durch den KfW-Zuschuss 430 können sich Hausbesitzer einen Investitionszuschuss von bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten von maximal 50.000 Euro sichern. Mit diesem Programm schießt die KfW daher bis zu 10.000 Euro an Investitionskosten zu.

Wer sich für den KfW-Kredit 151 oder 152 entscheidet, erhält ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro mit einem effektiven Jahreszins von 0,75 Prozent. In Kombination mit dem KfW-Zuschuss 430 kann hierbei noch ein Tilgungszuschuss von bis zu 20 Prozent je Wohneinheit oder bis zu 10.000 Euro auf die Darlehenssumme erwartet werden.

BAFA Förderung

Mit dem Förderangebot BAFA BEG EM fördert die BAFA die Investition in energieeffiziente Dachdämmung. Hierbei unterstützt die BAFA mit bis zu 25 Prozent der Kosten oder einem Maximalbetrag von 15.000 Euro.

Um dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, muss jedoch zuvor ein individueller Sanierungsfahrplan (ISFP) von einem Energieberater erstellt werden. Ansonsten liegt der Basis-Fördersatz der BAFA bei 20 Prozent.

Fazit

Wer durch richtiges Dachdecken ein gutes Raumklima schaffen möchte, sollte sich vor allem bei der Wahl des Dämmmaterials Gedanken machen. Ein gut gedecktes und gedämmtes Dach hilft langfristig Heizenergie- und kosten niedrig zu halten. Daher lohnt sich diese Investition zum einen für den eigenen Geldbeutel und zum anderen zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben.

Sobald das bevorzugte Material ausgewählt wurde, lohnt sich auch immer noch ein Blick auf die angebotenen Förderprogramme. Damit können Hausbauer durch Investitionszuschüsse oder mit Hilfe kostengünstiger Darlehen bares Geld sparen.

Bildquelle: Ryunosuke Kikuno/ Unsplash

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