Veröffentlicht: 27. Februar 2021

Du beschäftigst dich gerade mit dem Hausbau oder hast ein älteres Haus gekauft, was möglicherweise eine Sanierung benötigt? Dann ist eine gute Dachdämmung notwendig. Aber du weißt noch nicht wie das Dach dämmen funktioniert und was dabei alles auf dich zukommt? Es gibt verschiedene Verfahren, die man dabei einsetzen kann wie beispielsweise die Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung und mehr.

Von der Planung und Vorbereitung bis über die verschiedenen Arbeitsschritte treten vor dem Dach dämmen oft viele Unklarheiten auf. Wir geben dir in diesem Artikel einen Überblick über die wichtigsten Kriterien, die zu beachten sind und gehen auf die meistgestellten Fragen ein, die auf dich zukommen können und klären dich dazu im Voraus auf.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dachdämmung von Häusern trägt dazu bei den Energieverbrauch in Gebäuden zu senken und ist neben der Keller- und Fassadendämmung ein wichtiger Teil der Wärmedämmung. Außerdem kann man bei einer guten Dachdämmung auch das Dachgeschoss beheizen und somit als Wohnraum nutzen.
  • Beim Dach dämmen gibt es verschiedene Methoden und bestimmte Materialien, denen man sich bedienen kann, um effizient den Energiebedarf zu minimieren. Je nach Kosten und Baustoffen können sich diese enorm unterscheiden.
  • Es gibt zahlreiche Arten der Dachdämmung, mit denen man sich vertraut machen kann, um herauszufinden was für einen der richtige Weg ist. Dazu gehören unter anderem die Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung, Aufsparrendämmung und mehr.

Dein Dach richtig dämmen: Was du wissen solltest

Im Anschluss haben wir für dich die wichtigsten Fragen zusammengestellt und gründlich beantwortet, um dir dabei zu helfen eine Einsicht in die zahlreichen Möglichkeiten beim Dach dämmen zu bekommen.

Wann sollte man sein Dach dämmen?

Dachdämmung trägt zum Klimaschutz bei.

Besonders wenn du dein Dachgeschoss als Wohnraum nutzen möchtest und  du beim Neubau deines Hauses nicht nur Geld sparen, sondern ebenfalls die Umwelt schonen willst, dann ist eine gute Dachdämmung unabdingbar.

Beim Kauf eines älteren Hauses, ist es wichtig sich vorab über die Sanierungspflicht im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu informieren, damit es im Nachhinein nicht zu einer teuren Überraschung kommt.

Wie man so schön sagt – “Eine gute Planung ist die halbe Miete”. Je besser mehr man die Dachdämmung im Voraus plant, umso mehr kann man Energie sparen. (Bildquelle: Daniel McCullough / Unsplash)

Spätestens zwei Jahre nach dem Einzug in ein neu erworbenes Haus muss das Dämmen des Dachs erledigt sein. Der Schornsteinfeger und das örtliche Bauamt prüfen, ob die Sanierungspflicht eingehalten wird und wenn dies nicht der Fall ist, kann ein sehr hohes Bußgeld drohen.

Wen kann man zur Hilfe holen beim Dach dämmen?

Empfohlen wird sich bei lokalen Handwerksbetrieben zu informieren oder mindestens einen Energieberater zu Hilfe zu holen, um sich über die gesetzlich vorgeschriebenen Sanierungspflichten schlau zu machen.

Bestimmte Vorkehrungen wie das Anbringen der Aufsparrendämmung ist beispielsweise mit Dacharbeiten verbunden, welche nur von Fachleuten ausgeführt werden können. Experten in deiner Nähe findest du dazu über das Internet bzw. in entsprechenden Branchenverzeichnissen.

Wie lange dauert es das Dach zu dämmen?

Die schnellste Variante das Dach zu dämmen ist die Einblasdämmung. Dazu wird beispielsweise geflockte Steinwolle als Dämmfüllung mittels eines Einblasverfahrens in die Zwischensparre mit Druckluft eingeblasen. Bei einem Einfamilienhaus dauert es mit diesem Verfahren nur einen Werktag.

Bei der Dachdämmung ist es am besten sich über die Materialien zu informieren, die am besten für das entsprechende Gebäude benötigt werden. (Bildquelle: Brett Jordan / Unsplash)

Bei einer Aufsparrendämmung inklusive Dach-Neueindeckung eines Einfamilienhauses kann es mit Gerüstaufbau, Einrichtung der Baustelle, Dachabnahme und Dämmarbeiten jedoch etwa 3 Wochen dauern. Deshalb ist diese Variante auch um einiges teurer.

Welche Methoden gibt es beim Dach dämmen?

Abhängig von dem gewünschten Wert oder Stärke der Dämmung, dem vorhandenen Budget und dem aktuellen Zustand des Gebäudes sind verschiedene Varianten möglich.

Methode der Dämmung Dämmstoff Vorgehensweise
Aufsparrendämmung Steinwolle Befestigung von außen, oberhalb der Dachsparren auf einer Holzschalung, Umsetzung inkl. Dach-Neueindeckung
Zwischensparrendämmung Stein- sowie Glaswolle als auch Naturdämmstoffe Anbringen von innen, ohne Dach-Neueindeckung
Untersparrendämmung Klemmfilze oder Gipskarton nur als Zusatzdämmung, zur Erreichung eines höheren Dämmwerts
Auflattdämmung meist Dämmplatten aus Polystyrol Weiterentwicklung der Aufsparrendämmung, Anbringung auf den Dachlatten
Geschossdeckendämmung Einblasdämmstoffe besonders günstig, da wenig Fläche gebraucht wird, Dämmstoff wird mittels Druckluft in Zwischensparrendämmung eingeblasen
Flachdachdämmung Warmdach: Polystyrol XPS, Polystyrol PS oder Schaumglas – Umkehrdach: Dämmplatte XPS oder PUR bei Flachdächern, Einschluss des Dämmmaterials zwischen Raumdecke und Dachabdichtung, Einbau einer Dampfsperre für Schutz vor Feuchtigkeit

Hierbei sind wir kurz auf einige der verschiedenen Methoden der Dämmung eingegangen. Es gibt jedoch noch viele weitere Einzelheiten zu beachten, bei denen dir ein geeigneter Fachmann zur Seite stehen kann.

Welches Zusatz-Material wird beim Dach dämmen benötigt?

Für die Vorbereitungsarbeiten werden Kanthölzer, Schrauben und Spachtelmasse gebraucht. Die Unterkonstruktion benötigt dazu noch Dachlatten. Leg dir für die Zwischensparrendämmung ein Brett zum Schneiden, Klemmfilz und einen Holzrahmen zurecht. Dann ebenfalls den Klemmfilz und Montagebügel für die Untersparrendämmung nicht vergessen.

Für die Dampfbremsfolie werden Dichtstoff, Folienklebeband, Heftklammern für Druckluftnagler und Tacker sowie HT Rohr, OSB Platten und Streifen aus MDF Platten verwendet. Um das Dach zu verkleiden wird Acryl, Fugenkleber, Gipsfaserplatten, Klettpads für Trockenbauschleifer und Spachtelmasse benötigt.

Was kostet es ein Dach zu dämmen?

Die Kosten bei der Dachdämmung unterscheiden sich in Bezug auf Material, Umsetzungsmethode bzw. Handwerkereinsatz und Alter oder Beschaffenheit des Hauses.

Methoden der Dachdämmung  Ø Kosten pro m2 Ø Kosten pro 100 m2 Dachfläche
Aufsparrendämmung (inkl. Dacheindeckung) 130 – 200 Euro 14.000 – 20.000 Euro
Auflattdämmung 200 – 250 Euro 20.000 – 25.000 Euro
Flachdachdämmung 100 – 180 Euro 10.000 – 18.000 Euro
Zwischensparrendämmung 70 – 120 Euro 7.000 – 13.000 Euro
Untersparrendämmung 30 – 80 Euro 3.000 – 8.000 Euro
Oberste Geschossdecke 20 – 50 Euro 200 – 3.000 Euro

Die Aufsparrendämmung ist mit eine der teuersten Methoden der Dachdämmung, aber das liegt daran, dass die ganzen Zusatzkosten der Dach-Neueindeckung dazu kommen, was bei anderen Dämm-Methoden nicht so ist. Die gesetzlich vorgeschriebene Dämmung der obersten Geschossdecke ist die günstigste Variante.

Welche Unterschiede gibt es beim Dach dämmen im Alt- und Neubau?

Wie anfangs schon erwähnt, liegt der Unterschied bei Neu- und Altbau darin, dass beim Neubau das aufwendigere Verfahren der Aufsparrendämmung bevorzugt wird. Dieses Verfahren ist zwar anfangs relativ teuer, spart einem aber sehr viele Kosten über viele Jahre in Bezug auf den Energieverbrauch des Gebäudes.

Heutzutage bauen sehr viele Hauseigentümer ihr Dachgeschoss aus, um den zur Verfügung stehenden Wohnraum besonders effizient nutzen zu können. (Bildquelle: Andrea Davis / Unsplash)

Bei einem Altbau, den man nicht zu kostenaufwendig modernisieren möchte, nimmt man meist nur die Geschossdeckendämmung, damit die Wohnräume gut geschützt sind.

Außer man möchte auch im Dachgeschoss einen Wohnbereich schaffen, dann wäre auch mindestens die Zwischensparrendämmung notwendig, je nachdem in welchem Zustand das Haus ist. Das wäre mit einem Energieberater oder anderem Fachmann zu klären.

Für welche Dachdämmungen gibt es Förderungen?

Möchte man das Gebäude nach dem Kauf komplett erneuern, dann ist es sinnvoll vorher eine umfassende Energieberatung durchzuführen, denn diese wird sogar bis zu 80 Prozent vom Staat gefördert und kann einem eine Einsicht in die aufkommenden Kosten, die möglichen Einsparungen sowie geeignete Fördermittel geben.

Manche Handwerksbetriebe stellen dir eine Beratung und einige Informationen zur Dachdämmung sogar kostenlos zur Verfügung. Beim Hauskauf bekommst du generell auch einen Energieausweis, in dem alle Werte aufgeführt sind, die du wissen musst. Bei Förderungen ist zu beachten, dass du den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) einhältst, um die Förderung genehmigt zu bekommen.

Wie stark sollte man innen und außen sein Dach dämmen?

Bei der Sanierung eines Gebäudes wird von der EnEV ein U-Wert von 0,24 W/m²K gefordert. Je nach Hauskonstruktion und der bereits vorhandenen Wärmedämmung kann hier beispielsweise innen mit einer zusätzlichen Zwischensparrendämmung oder der Untersparrendämmung ausgeholfen werden. Für eine bessere Dämmung des Dachs von außen wird die Aufsparrendämmung verwendet.

Bei der Dachdämmung können enorme Kosten auf einen zukommen. Doch wenn man bestimmte Kriterien einhält, kann man auch eine Förderung vom Staat erhalten. (Bildquelle: Sebastian Herrmann / Unsplash)

Welche Stärke der Dämmung verwendet werden sollte, kann jedoch nur von Fachleuten bzw. dem Energieberater festgestellt werden, die sich mit diesen Baustoffen auskennen und das Haus im Voraus begutachten.

Kann man sein Dach selbst dämmen?

Wenn du deinen Energieausweis hast und dich von einem Fachmann beraten lassen hast, ist es möglich dein Dach von innen selbst zu dämmen. Dafür gibt es sogar online schrittweise Anleitungen vom Baumarkt.

Dein Dach von außen mit der Aufsparrendämmung ohne professionelle Hilfe durchzuführen, wie das Aufstellen von sicheren Baugerüsten, der Sicherung auf dem Dach, oder anderen nötigen Fach-Kenntnissen ist jedoch keinesfalls zu empfehlen und kann sogar lebensgefährlich werden.

Welche Alternativen zu Mineralwolle gibt es beim Dach dämmen?

Die Dachdämmung mit Mineralwolle wird schon seit einiger Zeit kritisiert, weil diese, durch die in der Glaswolle enthaltenen winzigen Glas-Partikel, sehr gesundheitsschädigend für den Körper sein können. Leider wird dieser Rohstoff gern genutzt, da er unbrennbar ist. Wir stellen euch hier mal ein paar Alternativen vor.

  • Polystyrol: Was auch bekannt als “Styropor” ist, führt zu guten Isolationswerten und ist ein sehr leichtes Material. Jedoch ist die Brandgefahr bei nicht professioneller Ausführung zu hoch und lässt im Falle eines Brandes giftige Gase entstehen.
  • Polyurethan: Ein gesundheitsverträglicher und günstiger Kunststoff, der als flexibler Bauschaum oder in Form von festen Platten verwendet wird. Er ist feuerfest und wasserabweisend. Für die Herstellung wird jedoch Erdöl benötigt, was wiederum mit einem hohen Energieaufwand verbunden ist.
  • Zellulose: Dieser Dämmstoff wird aus recycletem Altpapier gewonnen und ist lose oder in Plattenform zu erwerben. Dieses Material ist nicht wasserfest und wird daher eher im geschützten Innenbereich angebracht. Außerdem ist es mit feuerhemmenden Stoffen kombiniert, um eine Brandgefahr zu vermeiden.
  • Hanf: Eine sehr nachhaltige und umweltfreundliche Alternative, da dies ein nachwachsender Dämmstoff ist. Es gibt ihn sowohl in loser als auch fester Form und er ist entflammbar, da er unbehandelt verarbeitet wird.
  • Holzfaser: Neben der Einblasdämmung mit Zellulose sind die Holzfaserplatten einer der am meisten bevorzugten natürlichen Dämmstoffe. Es ist normal entflammbar und verfügt über einen guten Hitze- und Schallschutz.

Trotz der umweltfreundlichen Alternativen zu Mineralwolle wird im Bauwesen immer wieder auf synthetische Dämmstoffe wie diesen zurückgegriffen, da er eine geringe Brandgefahr bietet. Doch auch die ökologischen Varianten werden wieder vermehrt angefragt, da sie die Umwelt schonen und besser für die Gesundheit der Hausbewohner sind.

Fazit

Mit einer professionellen Dachdämmung erschließt sich neuer komfortabler Wohnraum, der im Sommer vor Hitze geschützt ist und im Winter Energie spart. Gleichzeitig trägt man damit zum Klimaschutz bei. Die Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke wird aufgrund des Klimaschutzes sogar mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten gefördert und ist gesetzlich vorgeschrieben.

Für welche Dachdämmung du dich entscheidest, bestimmt die Beschaffenheit des Gebäudes und die persönlichen Bedürfnisse in Bezug auf die vorhandenen Dämmstoffe. Am besten sollte man sich jedoch immer eine fachkundige Beratung von Bauunternehmen, den örtlichen Handwerksbetrieben oder einem Energieberater einholen, um sicherzugehen, dass im Nachhinein nicht zu hohe Kosten auf einen zukommen.

Bildquelle: Rado / 123rf

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