Veröffentlicht: 26. Februar 2021

Du hast dich dafür entschieden, in deinem zu Hause eine Fußbodenheizung einzubauen oder nachzurüsten und stehst jetzt vor der Frage: Wie mache ich das überhaupt? Wie ist der Aufbau einer Fußbodenheizung und passt das alles mit der Aufbauhöhe?

Damit du voll im Bilde bist, erklären wir dir den Aufbau einer Fußbodenheizung und alles, was du zu diesem Thema wissen musst. So steht deinem Plan nichts mehr im Weg.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Aufbau einer Fußbodenheizung besteht grundsätzlich aus mehreren Schichten, die sich je nach Art der Fußbodenheizung unterscheiden.
  • Je nachdem, ob du eine Fußbodenheizung in einen Neubau integrieren oder bei einem bestehenden Objekt nachrüsten möchtest, sind unterschiedliche Arten der Fußbodenheizung sinnvoll und daher auch ein unterschiedlicher Aufbau.
  • Mit den verschiedenen Arten und Aufbau – Formen der Fußbodenheizung, gehen auch unterschiedliche Aufbauhöhen einher. Die Aufbauhöhe solltest du bei deiner Planung zum einen aus Sicherheitsgründen berücksichtigen, wenn der Boden eine zu geringe Tragkraft für einen schweren und hohen Aufbau deiner Fußbodenheizung hat. Zum Anderen kann bei einer zu großen Aufbauhöhe ein zusätzlicher Aufwand entstehen, wenn die Türen anschließend an den hohen Boden angepasst werden müssen.

Aufbau und Funktionsweise einer Fußbodenheizung: Was du wissen solltest

Eine Fußbodenheizung sorgt nicht nur dafür, dass deine Füße immer warm sind, sondern ist auch äußerst effizient: Du sparst dir den Platz für die Heizkörper und durch die gleichmäßige Wärmeverteilung dieser Flächenheizung, kannst du bis zu 10% Energiekosten sparen. Es lohnt sich also, wenn du dich genauer mit dem Aufbau einer Fußbodenheizung befasst.

Wie ist der grundsätzliche Aufbau einer Fußbodenheizung im Fußboden?

Die klassische Verlegung einer Fußbodenheizung im Fußboden erfolgt in einem Neubau in der Regel im Nasssystem. Um dies zu erklären, schauen wir uns den Aufbau einer Fußbodenheizung im Fußboden an. Grundsätzlich besteht dieser aus den folgenden drei Schichten:

  1. Tragschicht (unterste Schicht)
  2. Zwischenschicht
  3. Nutzschicht (oberste Schicht)

Die Tragschicht des Fußbodens besteht in der Regel aus Roh – Beton und dient als unterer Abschluss des Raumes gegen das Erdreich.

Im Aufbau des Fußbodens ist die Fußbodenheizung eine von mehreren Schichten.

Bei der Zwischenschicht gibt es mehrere Komponenten. Wenn im Keller oder Erdgeschoss der Beton gegen aufsteigende Nässe geschützt werden muss, geschieht das mithilfe eines Bitumenvoranstrichs. Auf diese Schicht folgt die Dämmung (Wärme – und ggf. Trittschalldämmung). Darauf folgt dann die Fußbodenheizung, die in den Estrich gelegt wird. Dieser umschießt die Rohre dann vollständig (Nasssystem).

Ganz oben befindet sich die Nutzschicht, die aus Laminat, Fliesen, Teppich oder anderen Bodenbelägen besteht. Besonders gut für die Wärmeleitung sind hierbei Fliesen. Teppich hingegen, hat durch einen höheren Wärmedurchlasswiderstand eine dämmende Wirkung.

Wie ist der Aufbau der reinen Fußbodenheizung im Detail?

Die reine Fußbodenheizung besteht aus den Heizungsrohren, die sich in einem Trägersystem befinden. Hierbei sind das Noppen – System und das Tacker – System zu unterscheiden, die für Stabilität und eine gute Verteilung der Wärme im Aufbau der Fußbodenheizung sorgen.

Die Fußbodenheizung besteht aus Trägersystem und Heizungsrohren.

Beim Noppensystem ist die Trägersystem – Schicht mit vielen kleinen Erhöhungen versehen – du kannst es dir vorstellen wie bei Lego – Steinen – in die die Rohre hineingedrückt werden.

Hingegen werden beim Tacker – System die Rohre mit Klammern befestigt, die von oben in die Trägersystem – Schicht geschossen werden und so für eine stabile Fixierung sorgen.

Immer warme Füße und dazu auch noch Heizkosten sparen? Das sind die Vorteile einer Fußbodenheizung. Es lohnt sich also, sich mit dem Aufbau einer Fußbodenheizung zu beschäftigen. (Bildquelle: Imani Bahati / Unsplash)

Alle Heizungsrohre der Fußbodenheizung laufen letztendlich in einem kleinen Verteilerkasten zusammen, der die Funktion erfüllen soll, für eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu sorgen. Dies geschieht z.B. Durch ein integriertes Thermostat mit Temperaturfühlern, welches die Energiezufuhr regelt.

Wie funktioniert eine Fußbodenheizung?

Wenn durch die Heizungsrohre warmes Wasser fließt, erwärmt sich zunächst der Estrich, der die Rohre im Aufbau der Fußbodenheizung umschließt. Über den Estrich wird die Wärme dann in den Raum abgegeben und es entsteht eine angenehme Raumtemperatur. Dies erfolgt aufgrund einer besseren Raum – Luft – Strömung bei einer Flächenheizung, wie der Fußbodenheizung, sehr gleichmäßig.

Aufbau einer Fußbodenheizung mit niedriger Aufbauhöhe

Die durchschnittliche Aufbauhöhe bei einer Fußbodenheizung mit allen drei oben genannten Schichten beträgt 9,2 cm. Aus verschiedenen Gründen kann es dir besonders wichtig sein, dass du bei dem Aufbau deiner Fußbodenheizung eine niedrige Aufbauhöhe realisierst.

Wenn du eine Fußbodenheizung nachrüsten möchtest, kann es dir bei einer zu großen Fußbodenhöhe passieren, dass die Türen nicht mehr problemlos zu öffnen sind und du diese dann abschleifen musst. Oder du möchtest bei der Sanierung bzw. Renovierung im Altbau mit niedrigen Decken beim Aufbau deiner Fußbodenheizung einfach gerne Platz sparen.

Des Weiteren kann ein Trockenbausystem aufgrund des geringeren Gewichts bei Holzbalkendecken, die eine geringere Tragkraft besitzen, sehr sinnvoll sein.

Um Platz zu sparen, gibt es insbesondere zwei verschiedene Verfahren bzw. Fußbodenheizungssysteme, die dir helfen beim Aufbau deiner Fußbodenheizung eine niedrige Aufbauhöhe zu erreichen: Das Trockenbau – System und die Dünnbett – bzw. Elektroheizung.

Wodurch unterschiedet sich das Trockenbausystem vom Nasssystem im Aufbau der Fußbodenheizung?

Grundsätzlich sind im Aufbau der Fußbodenheizung im Trockenbau – System ebenfalls mehrere Schichten vorhanden. Ganz unten die Bodenkonstruktion aus Beton, darüber kommt die Fußbodenheizung. Auch hier besteht sie aus einen Trägersystem – Element und den Heizungsrohren. Darüber sorgen Wärmeleitlamellen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und anschließend kommt eine PE – Abdeckfolie als Gleitschicht für den Trockenestrich.

Allerdings wird hier der Estrich nicht wie beim Nasssystem über die Fußbodenheizung gegossen, sodass er diese umschließt. Sondern es werden einfach 2 Schichten Trockenestrichplatten auf die Fußbodenheizung gelegt. Darüber kommt dann die  Nutzschicht, sprich der Bodenbelag.

Vorteil der Trockenbauweise ist darüber hinaus, dass eine sofortige Inbetriebnahme möglich ist, weil keine Aushärtezeit benötigt wird. So kann an einem Arbeitstag beispielsweise sowohl die Verlegung des Estrichs als auch die des Fußbodenbelags erfolgen.

Was ist die Dünnbett – / Elektroheizung?

Die elektrische Fußbodenheizung oder auch Dünnbett – Fußbodenheizung besteht aus mehreren Komponenten. Bei nicht unterkellerten Räumen wird zuerst eine Feuchtigkeitssperre aufgetragen. Danach folgt eine Dämmschicht, auf die dann ebenfalls eine PE – Folie verlegt wird. Nun kommt die Heizmattenschicht, die anschließend vollständig in eine Nivellierspachtel – oder Fliesenkleber – Schicht eingebunden wird. Zuletzt folgt der gewünschte Bodenbelag.

Die elektrische Fußbodenheizung bietet neben der geringen Aufbauhöhe und dem unkomplizierten Einbau den weiteren Vorteil, dass sie eine schnelle Reaktionszeit hat, sprich schnell aufheizt. Allerdings ist zu bedenken, dass sie als Hauptheizanlage für große Räume nicht geeignet ist, da sonst die laufenden Kosten in die Höhe schießen.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir dir einmal übersichtlich und einfach den Aufbau der drei verschiedenen Arten der Fußbodenheizung und die entsprechende Aufbauhöhe dargestellt.

Art der Fußbodenheizung Bestandteile Höhe der Bestandteile Aufbauhöhe insgesamt
Trockenbausystem Trägersystem und Rohre

Wärmeleitung und Abdeckfolie

Trockenestrich-Schicht

30 mm

1 mm

20 – 25 mm

51 – 56 mm
Nasssystem Dämmschicht

Fußbodenheizung

Estrich (Höhe der Schicht, die die Rohre überdecken muss)

30 mm

17 mm

45 mm

etwa 92 mm
Elektrische Fußbodenheizung Schichten ähnlich zu Trockenbausystem

Heizmatten

Höhe ähnlich zu Trockenbausystem

statt 30 mm nur 2 – 3 mm

etwa 37 – 40 mm

Du siehst anhand unserer Tabelle, dass die unterschiedlichen Arten im Aufbau der Fußbodenheizung auch mit unterschiedlichen Aufbauhöhen einhergehen. Durch diesen tabellarischen Überblick kannst du entscheiden, welcher Aufbau der Fußbodenheizung für deine Zwecke angebracht ist.

Wichtig: Unsere Angaben sind lediglich als grobe Orientierung für dich gedacht. Wenn es also um den konkreten Aufbau geht, solltest du dich nicht auf diese Angaben verlassen, sondern berücksichtigen, welche Materialien du von welchem Hersteller gekauft hast und seine Angaben berücksichtigen. Dementsprechend kann die tatsächliche individuelle Aufbauhöhe natürlich von unserer Angabe abweichen. Damit du dich nicht ärgerst, miss alles genau aus und informiere dich vorher über die Höhe deiner individuellen Materialien.

Fazit

Durch unseren Beitrag hast du nun einen Überblick über den Aufbau einer Fußbodenheizung. Du weißt, dass eine Fußbodenheizung aus mehreren Schichten und Komponenten besteht. Du kennst den Unterschied im Aufbau zwischen dem Nasssystem und der Trockenbau – Weise ebenso wie den Aufbau der Elektro – Fußbodenheizung.

In Abhängigkeit davon, ob du die Fußbodenheizung nachrüsten möchtest oder nicht, ist die Aufbauhöhe der Fußbodenheizung entscheidend. Beachte bitte noch einmal, dass es sich bei unseren aufgelisteten Höhen nur um grobe Angaben handelt, um dir einen Überblick zu verschaffen. Wenn es um den Aufbau deiner Fußbodenheizung geht, ist es wichtig, dass du selbst genau ausmisst und die Höhe deiner individuellen Materialien in Erfahrung bringst. Dann steht den warmen Füßen auch nichts mehr im Weg.

Bildquelle: Ksenia Chernaya / Pexels

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