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Veröffentlicht: 25. Februar 2021

Ölheizungen werden mit einem fossilen Brennstoff beheizt und sollen ab 2026, mit wenigen Ausnahmen, nicht mehr eingebaut werden dürfen. Um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu erleichtern, fördert das BAFA den Austausch von alten Ölheizungen mithilfe einer Abwrackprämie.

Ab dem 1. Januar 2021 wurden die vorherigen Programme durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) überholt. Ab einem Mindestinvestitionsvolumen von 2.000 Euro Brutto kann eine Förderung von bis zu 45% für den Austausch einer Ölheizung erfolgen (1). Dies ist abhängig von der Technologie, die im Austausch eingesetzt wird.




Das Wichtigste in Kürze

  • Im Zuge des Klimapakets und des Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung entschieden, den Austausch von Ölheizung zu fördern. Hierdurch sollen klimafreundlichere Heizungsformen zum Einsatz kommen.
  • Die Abwrackprämie für Ölheizungen bezieht sich auf eine staatliche Förderung zum Heizungsaustausch. Je nachdem auf welche Heizungsform umgerüstet wird, gibt es einen Fördersatz von bis zu 45% (1).
  • Der Antrag zur Förderung kann direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden. Hierbei wird ein Kostenvoranschlag benötigt.

Abwrackprämie Ölheizung: Was du wissen solltest

Auf den ersten Blick können die Förderprogramme der BAFA ziemlich kompliziert erscheinen. Hier ist nicht immer ganz klar wo du einen Antrag einreichen musst und für wen eigentlich die Förderungen gelten. Damit du beim Austausch deiner Ölheizung den Durchblick behältst, haben wir im Folgenden die wichtigsten Fragen beantwortet.

Warum gibt es die Abwrackprämie für Ölheizungen?

Auf Heizungen und Warmwasser entfallen 40% des Energieverbrauchs. Um die im Klimaschutzprogramm 2030 formulierten Ziele zu erreichen, hat die Bundesregierung zahlreiche Förderprogramme gestartet. Dies soll einen Umstieg auf erneuerbare Energien und effizientere Heizungsformen erleichtern. Privatpersonen und viele weitere Gruppen können diese Förderungen in Anspruch nehmen.

Ölheizungen verwenden einen fossilen Brennstoff. Daher sollen sie ab 2026 nicht mehr verbaut werden dürfen. Ausnahmen gelten nur, falls eine alternative Heizungsform nicht verfügbar ist. Förderungen gibt es auch zur Neuanschaffung von Heizungsmitteln, die mit erneuerbaren Energien arbeiten. Dies erfolgt immer prozentual zu den vollständigen Investitionskosten.

Wie funktioniert die Abwrackprämie für Ölheizungen?

Die Abwrackprämie für Ölheizungen fällt in einen Sonderbereich der BEG für Heizungsanlagen. Für die Neuanschaffung eines bestimmten Wärmeerzeugers, erhältst du einen bestimmten Fördersatz. Dieser reicht von 20% für eine Gasbrennwert-Heizung (Renewable Ready) bis hin zu 35% für Erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride) (1).
Der Austausch einer Ölheizung kann einen zusätzlichen Förder-Bonus von bis zu 10% bringen.

Für den Austausch von Ölheizungen gibt es allerdings noch eine zusätzliche Prämie. Wer von einer Öl-betriebenen Heizungsanlage wechselt, kann einen Bonus von bis zu 10 Prozent erhalten. Dies ist allerdings daran gebunden, dass auf bestimmte Heizungsanlagen gewechselt wird.

Diese beinhalten: Gas-Hybridheizungen, Biomasseheizungen, Wärmepumpe, EE-Hybridheizung und eine Wärmeübergabestation mit einem Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 25 oder 55%.

Die Mindestinvestition um für Förderungen zulässig zu sein, liegt bei 2.000 Euro Brutto. Des weiteren sind förderfähige Kosten für Sanierungsmaßnahmen auf 60.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt (1).

Wie beantrage ich die Abwrackprämie für meine Ölheizung?

Den Antrag für die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) stellst du direkt an das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, freiberuflich Tätige und einige andere Gruppierungen. Die Antragsberechtigung gilt für Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks.

Den Antrag kannst du dann direkt über das elektronische Formular der BAFA stellen. Hierfür ist es wichtig, dass ein Kostenvoranschlag für die Leistungen, die gefördert werden sollen, vorliegt. Denn die Förderung erfolgt prozentual gemessen an den voraussichtlichen Kosten. Ein pauschaler Festbetrag wird nicht ausgezahlt. Wichtig ist hier, dass diese nicht nachträglich nach oben korrigiert werden können.

Für Anlagen zur Wärmeerzeugung und Heizungsoptimierung ist kein Energieeffizienz-Experte nötig (2). Das erspart dir bei der Antragstellung für die Abwrackprämie zusätzliche Kosten und Mühen. Sobald der Antrag gestellt wurde, kannst du mit der geplanten Maßnahme beginnen. Dies erfolgt allerdings auf eigenes finanzielles Risiko. Beim Bundesamt kann es zu Verspätungen kommen.

Wie hoch ist die Abwrackprämie für eine alte Ölheizung?

Die Abwrackprämie für eine alte Ölheizung setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Für die Anschaffung eines Wärmeerzeugers mit erneuerbaren Energien, gibt es eine Förderung von 20-35 Prozent je nachdem auf welchen Wärmeerzeuger umgestellt wird. Für den Austausch einer Ölheizung gibt es einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 10 Prozentpunkten (1).

Dieser Bonus ist allerdings an die Bedingung gebunden, dass stattdessen eine der nachfolgenden Heizungsanlagen errichtet wird: Eine Gas-Hybridheizung, eine Biomasseheizung, eine Wärmepumpe, eine EE-Hybridheizung oder eine Wärmeübergabestation eines Netzes mit einem Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 25 Prozent oder 55 Prozent (1).

Das Mindestinvestitionsvolumen für die Förderung liegt bei 2.000 Euro brutto. Gedeckelt sind die förderfähigen Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen bei 60.000 Euro pro Wohneinheit. Der tatsächliche Betrag ist also abhängig von deinem Kostenvoranschlag.

Neuer Wärmeerzeuger, der eine Ölheizung austauscht(1) Prozentualer Fördersatz
Gas-Hybridheizung 40 Prozent Zuschuss
Biomasseheizung 45 Prozent Zuschuss
Wärmepumpen 45 Prozent Zuschuss
Erneuerbare Energien-Hybridheizung(EE-Hybride) 45 Prozent Zuschuss
Wärmeübergabestation eines Netzes mit einem Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 25 Prozent 45 Prozent Zuschuss

Wie lange gibt es die Abwrackprämie für meine Ölheizung?

Wann du die Abwrackprämie für deine Ölheizung beantragst, ist relevant. Zu beachten sind nämlich die unterschiedlichen Varianten der Förderung. Im Januar 2021 ist die BEG EM in der Zuschussvariante gestartet. Ab 1. Juli 2021 ist die BEG für Wohngebäude und Nichtwohngebäude (Zuschuss und Kreditvariante) sowie für Einzelmaßnahmen als Kreditvariante geplant (2).

Ab 2023 erfolgt die Förderung in jedem Fördertatbestand wahlweise als direkter Investitionszuschuss des BAFA oder als zinsverbilligter Förderkredit mit Tilgungszuschuss der KFW. So gesehen verändert sich also die Art der Förderung und die fördernde Institution. Denn Kredit und Zuschuss können nicht kombiniert werden (2).

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Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Deshalb wird der Austausch von Ölheizungen befördert. Ein akkurater Kostenvoranschlag ist besonders wichtig. (Bildquelle: Matthias Böckel / Pixabay)

Ansonsten bezieht sich die Förderung immer auf deinen eingereichten Kostenvoranschlag. Das heißt, du erhältst einen gewissen Prozentsatz von deinen erwarteten Ausgaben. Hier ist beim Kostenvoranschlag allerdings Sorgfalt geboten. Die veranschlagte Summe kann nachträglich nämlich nicht erhöht werden.

Worauf muss ich bei der Abwrackprämie für eine Ölheizung achten?

Rund um die Abwrackprämie der Ölheizung gibt es Verschiedenes zu beachten. Etwa die Frage ob es gesetzlich vorgeschrieben ist, eine Ölheizung auszutauschen. Oder auch ob es Nachteile hat, die Ölheizung nicht auszutauschen. Auf diese Aspekte gehen wir im Folgenden näher ein.

Gibt es eine gesetzliche Austauschpflicht für alte Ölheizungen?

In der Tat gibt es eine solche Austauschpflicht für alte Ölheizungen. Diese wird durch das Gebäudeenergiegesetz seit 2020 geregelt. Ist der Heizkessel älter als 30 Jahre, muss er in vielen Fällen ausgetauscht werden. Das Alter der Heizung kann man in der Regel direkt am Typenschild des Kessels erkennen. Sollte dieses nicht leserlich sein, bietet es sich an, den Fachmann nach einer Beurteilung zu fragen.

Diese Austauschpflicht bezieht sich auf Heizungen mit einem Konstanttemperatur-Kessel und einer Heizleistung zwischen vier und 400 Kilowatt. Ausgenommen sind unter anderem Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Eine weitere Ausnahme gilt für selbstnutzende Hauseigentümer, die eine Immobilie bereits seit dem 1. Februar 2002 als Eigentümer bewohnen.

Nicht von der Austauschpflicht betroffen, sind außerdem Wärmeerzeuger zur ausschließlichen Warmwasserbereitung oder Beheizung des Aufstellraumes. Sollten diese Ausnahmen nicht zutreffen, lohnt es sich auf die staatlichen Förderungen zum Austausch von alten Ölheizungen zurückzugreifen.

Was solltest du bei der Beantragung der Abwrackprämie beachten?

Zunächst solltest du beachten, dass du für die Antragsstellung einen akkuraten Kostenvoranschlag brauchst. Die Förderung des BAFA erfolgt nämlich prozentual gemessen an deinen voraussichtlichen Ausgaben. Diese Summe wird aber nicht angepasst, wenn deine Ausgaben plötzlich steigen sollten.

Dann solltest du dir überlegen, welche Heizungsform du künftig verwenden willst. Denn die Austauschprämie für Ölheizungen kann gegebenenfalls höher ausfallen. Das hängt davon ab, ob du dich für eine Heizungsform mit erneuerbaren Energien entscheidest.

Außerdem solltest du dir Gedanken darüber machen, ob ein Investitionszuschuss oder ein zinsverbilligter Förderkredit mit Tilgungszuschuss mehr Sinn für dich machen. Des Weiteren macht es Sinn sich zu informieren, ob du zu der Gruppe der Antragsberechtigten gehörst. Positiv ist zu vermerken, dass du für den Austausch einer Ölheizung keinen Energieeffizienz Experten hinzuziehen musst.

Gibt es Nachteile, wenn ich meine alte Ölheizung nicht umrüste?

Die Nutzung einer Ölheizung bringt ab 2021 tatsächlich Nachteile mit sich. Ab diesem Jahr wird in Deutschland nämlich eine CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe erhoben. Solltest du also weiterhin eine Ölheizung verwenden, wirst du dich auf höhere Heizkosten einstellen müssen. Diese CO2 Steuer wird von 2021 bis 2025 jährlich erhöht.
Ölheizungen benutzen fossile Brennstoffe und sind daher umweltschädlich.

Von der CO2 Steuer betroffen sind die Energieproduzenten, die diese Steuerbelastung wiederum durch erhöhte Energiepreise an die Verbraucher weitergeben.

Anhand von verschiedenen Aspekten, wie dem Heizverhalten, der Energieeffizienz der Heizungsanlage und der Qualität der Wärmedämmung eines Hauses werden diese Erhöhungen auf die Kunden übertragen. Die jährlichen Mehrkosten für einen Haushalt belaufen sich voraussichtlich auf 25 bis 125 Euro. Besitzt du eine alte Ölheizung sind diese Kosten dementsprechend hoch.

Wann lohnt sich die Abwrackprämie für meine Ölheizung?

Die Abwrackprämie für deine alte Ölheizung lohnt sich, wenn diese über 30 Jahre alt ist. Allein deshalb, weil du diese, wie oben beschrieben, teilweise nicht mehr betreiben darfst. Auch lohnt es sich, wenn du umweltbewusster heizen willst, da Ölheizungen immer noch mit einem fossilen Brennstoff arbeiten. Außerdem sind sie ineffizient.

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Besonders lohnenswert ist der Austausch einer Ölheizung, wenn dafür Heizungsmittel mit erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Zum Beispiel eine EE-Hybridheizung. (Bildquelle: Bruno /Germany / Pixabay)

Damit es sich lohnt, solltest du darauf achten, dass du bei der neuen Heizung auf erneuerbare Energien setzt. Denn für Biomasseanlagen (35%) oder Gas-Hybridheizungen (30%) ist die Förderung besonders rentabel. Problematisch ist die Umstellung eigentlich nur dann, wenn bei dir keine Alternative zur Ölheizung besteht.

Denn auch neue Ölheizungen werden nicht gefördert. Am besten solltest du einen Heizungsfachmann zu rate ziehen, der dir die Kosten für den Heizungsaustausch vorrechnet.

Welche Alternativen gibt es zur Ölheizung?

Es gibt einige Alternativen zur Ölheizung. Diese tun sich besonders durch höhere Energieeffizienz und eine bessere Umweltfreundlichkeit hervor. Im folgenden werden einige Alternativen genannt, die eine zusätzliche Förderung von 10% im Rahmen der Austauschprämie einer Ölheizung mit sich bringen (1).

  • Gas-Hybridheizung: Hybridheizungen kombinieren zwei oder mehrere Heizsysteme miteinander. Sie greifen flexibel auf verschiedene Energieträger zurück und lassen immer den kostengünstigeren Wärmeerzeuger arbeiten. Nur bei Bedarf arbeiten beide Systeme gleichzeitig.
  • Flüssiggas: Eine Flüssiggasheizung verbrennt Gas, das sich unter geringem Druck in flüssiger Form lagern lässt. Eine Alternative zur konventionellen Gasheizung, wenn der Haushalt nicht an die öffentliche Versorgung angeschlossen werden kann.
  • EE-Hybridheizung: Eine Erneuerbare Energien Hybridheizung verwendet mehrere Wärmeerzeuger zu einem Heizsystem. Wie der Name schließen lässt, können dabei zum Beispiel Solaranlagen mit Wärmepumpen kombiniert werden.
  • Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt gespeicherte thermische Energie und hebt diese auf ein verwertbares Temperaturniveau an. Unterschieden werden elektrische und mit Gas betriebene Wärmepumpen.

Zum Abschluss gibt es noch ein kurzes Fazit zu den Vor- und Nachteilen der Abwrackprämie für eine alte Ölheizung. Außerdem bekommst du hier noch einige wichtige Aspekte mitgeteilt, auf die du achten solltest.

Fazit

Ab 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden. Zwar gibt es einige wenige Ausnahmen, doch das Signal der Politik ist klar. Um das Klimaabkommen 2030 einzuhalten, sollen erneuerbare Heizmittel verwendet werden. Um dies zu erreichen, werden ineffiziente Heizungsanlagen zunehmen besteuert. Die Abwrackprämie für eine Ölheizung ist ein positiver Anreiz, um den Sprung auf die erneuerbaren Energien zu schaffen.

Besonders eine Umrüstung auf Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien, lohnt sich dank der bis zu 45% Förderung. Aufgepasst werden muss bei der Erstellung des Kostenvoranschlags, da dieser ausschlaggebend für den Erhalt der Fördermittel ist. Auch die Frage, ob sich ein Kredit oder eine direkte Förderung eher lohnt, sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Titelbild: 145774317/ 123rf

Einzelnachweise (2)

1. bafa.de: Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
Quelle

2. bafa.de: Förderungen im Überblick
Quelle

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